Die Erfurter Krämerbrücke

Oder warum Erfurter Händler auf einer Brücke  wohnen

Erfurts beliebter Flanier- und Plauderort

Die Erfurter Krämerbrücke ist Europas längste lückenlos bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Sie steht in der mittelalterlichen Altstadt von Erfurt und gilt zu Recht als bedeutendes Wahrzeichen der Landeshauptstadt von Thüringen. Die Brücke ist beliebte Flaniermeile der Erfurter und Ihrer Gäste aus der ganzen Welt.

Obwohl das berühmte Bauwerk mitten in der Stadt liegt, kann man für ein untypisches Foto eine Wald-Perspektive finden.

 

Ein Kratzstein in der Waagegasse Erfurt

Warum Erfurter Händler auf einer Brücke wohnen

Erfurt liegt in der Mitte Deutschlands. Deutschland liegt in der Mitte Europas. Das waren schon im frühen Mittelalter perfekte Voraussetzungen für ertragreiche Geschäfte der Kaufleute und Händler. Der Handel sorgt damals wie heute für Einkommen und Wohlstand bei vielen Beteiligten. Die Entstehung der Stadt Erfurt und natürlich auch der Krämerbrücke ist eng mit der alten Handelsstraße Via Regia verbunden. Diese durchzog das mittelalterliche Europa von Ost nach West. Erfurt lag ziemlich in der Mitte und war damit schon frühzeitig als bedeutender Handelsstandort bekannt.

Die mittelalterliche Altstadt Erfurts ist begrenzt durch den Dom, die Zitadelle Petersberg und das Augistinerkloster. Inmitten dieser geschichtsträchtigen Orte befindet sich seit Hunderten von Jahren die Krämerbrücke. Krämer, die mit allerlei „Kram“ handelten, prägten schon damals das Stadtbild. Einige von Ihnen brachten es dabei zu großem Wohlstand.

 

Ein Kratzstein in der Waagegasse Erfurt
Ein Kratzstein in der Waagegasse Erfurt

Heute machte jede Stadtführung unweigerlich hier Station, weil einfach jeder Stein und jeder Balken eine Geschichte erzählt. Es riecht nach Kaffee und Gewürzen, es gibt Schokolade und Eis. Zum bestaunen und shoppen gibt es Bücher, Kunst und Handwerk, Galerien und sogar einen Linkshänder-Laden. Also, auch heute noch eine echte Brücke der Krämer.

Blick über die weihnachtlich beleuchtete Altstadt von Erfurt

Besonders schön funkeln die Lichter der altehrwürdigen Brücke natürlich in der Weihnachtszeit, wenn sich die ganze Innenstadt Erfurts in einen einzigen großen Weihnachtsmarkt verwandelt. Da empfiehlt sich der Ausblick vom Turm der Ädigienkirche über die illuminierte Brücke bis hin zum festlich angestrahlten Dom. Aber Vorsicht; der Turmaufstieg ist etwas mühsam, mittelalterliche Turmtreppen sind eng und steil!

Nachtschwärmer auf der leeren Krämerbrücke in Erfurt

Selbst Regentage haben hier Ihren Reiz. Die engen Häuserreihen bieten immer ein wenig Schutz vor dem Wetter, ein Glühwein wärmt von innen. Und dann haben Sie genug Ruhe, um in den Schaufenstern das eine oder andere Kleinod entdecken.

Ganz tief in der Nacht, da zeigt sich die Brücke menschenleer und erholt sich vom Trubel des Tages. Wer diese geheimnisvolle Stimmung hier genießen will, kann getrost bis weit nach Mitternacht wachbleiben … 

Ein Kratzstein in der Waagegasse Erfurt

Krämerbrücken-FAQ

Neun Dinge, die man unbedingt wissen muss

Über welchen Fluss führt die Krämerbrücke?

Die Krämerbrücke überspannt die Gera, im Mittelalter noch Erphes genannt. Dieser 85 Kilometer lange Fluss entspringt mit zwei Hauptquellen im Kammgebiet des Thüringer Waldes rund um den Schneekopf. Flüsse waren den Händlern vergangener Jahrhunderte immer ein Graus. Sie waren damals bei weitem nicht so reguliert wie heute und waren daher erstens eine Gefahrenquelle und zweitens ein Verkehrshindernis. Somit war der Bau von Brücken überlebenswichtig für eine erfolgreiche Handelsstadt.

Seit wann gibt es die Krämerbrücke in Erfurt?

Ganz genau kennt man die Urprungsjahre des ersten Brückenbauwerks nicht. Eine Schrift aus dem Jahre 1175 erwähnte erstmals eine Holzbrücke über die Gera, allerdings im Zusammenhang mit einem vernichtenden Brand.

Vorher war die Durchfahrt im Stadtgebiet nur durch eine Furt möglich. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Ortsname Erfurt (Erphesfurt, die Furt durch die Gera). Ständig neue Brände an der Brücke zogen sich durch die nächsten 120 Jahre. Erst im Jahre 1325 wurde die Steinbrücke mit acht Tonnengewölben in der heutigen Form errichtet.

Welche Bauwerke markierten Anfang und Ende der Krämerbrücke?

Das ist wahrhaftig besonders: An beiden Brückeneingängen steht jeweils eine Kirche. Die Ägidienkirche bewacht den östlichen Aufgang; an der Westseite stand die Benediktikirche.

Seit wann gibt es die Krämerbrücke in Erfurt?

Ganz genau kennt man die Urprungsjahre des ersten Brückenbauwerks nicht. Eine Schrift aus dem Jahre 1175 erwähnte erstmals eine Holzbrücke über die Gera, allerdings im Zusammenhang mit einem vernichtenden Brand.

Vorher war die Durchfahrt im Stadtgebiet nur durch eine Furt möglich. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch der Ortsname Erfurt (Erphesfurt, die Furt durch die Gera). Ständig neue Brände an der Brücke zogen sich durch die nächsten 120 Jahre. Erst im Jahre 1325 wurde die Steinbrücke mit acht Tonnengewölben in der heutigen Form errichtet.

Welche Bauwerke markierten Anfang und Ende der Krämerbrücke?

Das ist wahrhaftig besonders: An beiden Brückeneingängen steht jeweils eine Kirche. Die Ägidienkirche bewacht den östlichen Aufgang; an der Westseite stand die Benediktikirche.

Die Krämerbrücke ist auch im Winter ein Highlight

Wieviele Häuser stehen heute auf der Krämerbrücke?

Im frühen Mittelalter standen 62 schmale Häuser auf der Brücke. Heute wohnen und arbeiten in 32 Fachwerkäusern Händler und Handwerker in der Tradition der alten Krämer. Die Gebäude stammen aus der Zeit nach 1475. In diesem Jahr fielen die alten Buden und Häuser zum wiederholten Male dem Feuer zum Opfer.

Wem gehören die Häuser auf der Krämerbrücke?

Die meisten der alten Krämerbrückenhäuser gehören der Stadt Erfurt. Davon ausgenommen sind die Gebäude mit den Hausnummern 15, 20, 24 und 33. Diese befinden sich in Privatbesitz. Die Verwaltung und Vermietung der städtischen Krämerbrückenhäuser – immerhin gehören sie zu den begehrtesten Handelsstandorten Erfurts – nimmt die eigens dafür gegründete Stftung Krämerbrücke vor.

Wie lang ist die Krämerbrücke?

Die Krämerbrücke ist 120 Meter lang und damit die längste vollständig bebaute Brücke nördlich der Alpen.

Was für ein Baustil herrscht vor?

Die Bebauung entspricht dem regionalen Standard Thüringens zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert. Die wichtigsten Baustoffe gab es in und um Erfurt in Hülle und Fülle: Steine für die Fundamente, Bauholz aus den Thüringer Wäldern für die Fachwerkkonstruktion sowie Lehm und Stroh zum Ausfachen. Und so stehen viele dieser Häuser noch so da, wie sie vor Hunderten von Jahren gebaut wurden. Denn anders als man landläufig denkt, ist ein Fachwerkhaus bei guter Pflege sehr langlebig. Die verwendeten Materialien sind nachhaltig und langlebig. 

Wann hat die Krämerbrücke geöffnet?

Öffnungszeiten gibt es nicht. Das Bauwerk ist durchgängig offen.

Gibt es eine Webcam auf der Krämerbrücke?

Leider gibt es hier keine Webcam. Als Ersatz dafür können wir Ihnen aber diesen wunderbaren 3-D-Rundgang empfehlen – hier klicken.

Muss man für die Besichtigung der Krämerbrücke Eintritt bezahlen?

Nein, Erfurt ist doch nicht Venedig. Die Brücke ist öffentlich zugänglich. Ohne Eintrittsgelder zu zahlen, können Sie entspannt zwischen den schmalen bunten Häusern hindurchspazieren.

 

3-D-Rundgang über die Krämerbrücke 

Dafür ein großes Dankeschön an Dominik Kalies 

Die Erfurter Krämerbrücke in 3-D

Wo ist Dein Erfurter Lieblingsort?

 

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