Hochwasser in Erfurt

Seit 1898 eher unwahrscheinlich

 

Wassermassen in der Innenstadt

Hochwasser und Überschwemmungen sind bis in das 19. Jahrhundert hinein eine stete Gefahr für die Stadt Erfurt. Kein Wunder: Der Thüringer Wald ist nicht weit und die Gera bringt Wasser von dort recht schnell nach Erfurt. So geschehen am 06.02.1374. Ein Temperaturanstieg führt erst zur Schneeschmelze und dann zu einem Hochwasser. Dieses erreicht am Roßwehr die Stadt. Durch die engen Mauerbögen bildet sich zunächst ein Rückstau, doch dann ergießen sich die Wassermassen in die Innenstadt.

Das Roßwehr in Erfurt ist Teil der ehemaligen Stadtmauer in derBrühlervorstadt.

Eine Lösung für das Problem bietet sich erst mit dem Abbau der Stadtmauern und Verteidigungsanlagen, die Erfurt bis in die 1870″er Jahre umgeben an. Mit dem Bau des Flutgrabens, der größtenteils dem Verlauf der äußeren Stadtmauer folgt, wird Hochwasser um die Innenstadt herumgeleitet.

Wasserpegel im Graben kann sichtbar ansteigen

Zu verdanken haben wir heutigen Erfurter dies einem damaligen Erfurter: Bürgermeister Richard Breslau setzt sich in seiner Amtszeit von 1871 bis 1889 maßgeblich für diese Art des Hochwasserschutzes ein. Von seinem Denkmal am Löberwallgraben schaut er noch heute in Richtung des 1898 fertiggestellten Bauwerks.

Richard Breslau Denkmal am Flutgraben in Erfurt an der Brühlerwallstraße.

Gesteuert wird das Ganze über das Papierwehr am Luisenpark. Hier beginnt der Flutgraben und kann überschüssiges Wasser, welches sonst in der Innenstadt gelandet wäre, um diese herumführen. Der Wasserpegel im Graben kann dann sichtbar ansteigen,

Der Flutgraben inErfurt mit Hochwasser an der Pförtchenbrücke in der Brühlervorstadt.

in der Innenstadt bleibt aber alles trocken und die zahlreichen Geraarme bewegen sich friedlich durch die Stadt.

Venedig Erfurt mit Enten im Winter.

Nach dem Zusammenfluss von Gera und Flutgraben zeigt sich dann im Erfurter Norden oftmals ein wilder Strom. Doch dieser verlässt meistens das Stadtgebiet ohne große Schäden anzurichten.

Die Gera in Erfurt am Kilianipark Gispersleben mit Starkwasser.

 

 

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