Sportstadt Erfurt
Draußen bewegen, für jeden möglich
Kleine Inseln der Ruhe
Wer am frühen Abend durch die Erfurter Parks läuft, hört schon von Weitem das Klacken der Skateboards, wenn sie nach einem Sprung wieder auf dem Beton aufsetzen. Näher dran mischt sich das helle Auftreffen eines Balls auf einer Tischtennisplatte dazu und irgendwo am Rand murmeln Boulespieler über ihren nächsten Wurf. Ein paar Schritte weiter werfen Jugendliche ihre ersten Körbe an einem Basketballring, der einfach mitten im öffentlichen Raum steht. Diese Orte sind nicht spektakulär, aber sie sind da und genau das macht sie so wertvoll. Sie gehören zum Stadtbild wie die Wege im Nordpark oder die Bänke am Anger.
Erfurt nennt sich Sportstadt. Wer hier lebt, merkt schnell, dass das nicht nur ein Titel ist. Die Stadt bietet unzählige Möglichkeiten, sich draußen zu bewegen – ohne Anmeldung, ohne Eintritt, einfach so. Man muss nur losgehen und schon beginnt, was Erfurt im Freien möglich macht.
Tischtennisplatten stehen an vielen Stellen, manche neu, manche mit den Spuren vieler Sommer. Wer allein vorbeikommt, findet fast immer jemanden, der Lust auf eine Runde hat. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren die Bouleplätze auf dem Stadtgebiet. Kleine Inseln der Ruhe, auf denen Menschen zusammenkommen, um ihrem Sport zu frönen.
Austausch beim Sport unter freiem Himmel
Zwischen Dittelstedt und Herrenberg liegt etwas, das Erfurt sportlich noch einmal erweitert: Der neue ATP-Parcours (Alltags Trainings Programm Parcours). Zehn Übungen, die ohne Geräte absolviert werden können – laufen, springen, balancieren, Kraft, Koordination. Ein Weg, der zeigt, wie einfach Sport sein kann, wenn die Umgebung stimmt.
Viele entdecken diesen Ort beim Spazierengehen, andere kommen gezielt her, weil sie etwas für sich tun wollen. Es ist ein Ort, der sofort angenommen wurde, weil er niedrigschwellig ist und trotzdem herausfordert.
Wer gezielt Kraft trainieren möchte, findet in Erfurt inzwischen mehrere Calisthenics Parks. Metallstangen, Barren, Hangelleitern – mehr braucht es nicht. Hier trainieren Menschen, die ohne Gewichte auskommen wollen und solche, die einfach mal ausprobieren möchten, wie sich ein Klimmzug anfühlt. Oft trifft man hier eine Mischung aus Anfängern und Könnern und fast immer ergibt sich ein kurzer Austausch beim Sport unter freiem Himmel.
Was Erfurt als Sportstadt ausmacht
Und dann gibt es die Bolzplätze. Nicht die gepflegten Rasenflächen der Vereine, sondern die kleinen, eingezäunten Rechtecke, auf denen Kinder und Jugendliche spielen, bis es dunkel wird. Sie sind laut und lebendig, genau wie die Skateparks. Diese Plätze sind Treffpunkte, Trainingsorte und kleine Bühnen zugleich.
Wer es ruhiger mag, findet Orte wie die Hartwig Gauder Schleife im Steigerwald. Ein geteertes Stück Weg. Glatt und leise, ideal zum Laufen, Gehen oder einfach nur zum Abschalten. Wer hier unterwegs ist, hört die eigenen Schritte und den Wald. Es ist ein Ort, der zeigt, dass Sport auch Rückzug sein kann. Ein Platz, an dem man allein sein darf, ohne sich einsam zu fühlen.
Zwischen all diesen Orten liegt das, was Erfurt als Sportstadt ausmacht: Die Möglichkeit, jederzeit anzufangen. Ohne Schwelle, ohne Aufwand. Ein Ball, ein Weg, ein Platz – mehr braucht es oft nicht.
Bürger sind weitergegangen
Und dann gibt es noch Projekte, die zeigen, wie Menschen in Erfurt ihre Sportstadt selbst mitgestalten. Der Mountainbike Park im Tannenwäldchen fällt in diese Kategorie. Entstanden in enger Abstimmung mit der Stadt, aber gebaut in unzähligen ehrenamtlichen Stunden von engagierten Mountainbikerinnen und Mountainbikern. Hier wurde nicht gewartet, bis etwas passiert – hier sind Bürger weitergegangen und haben selbst angepackt, geplant, geschaufelt, modelliert. Ein Beispiel dafür, wie Sport in Erfurt nicht nur genutzt, sondern auch geschaffen wird.
Diese Geschichte finden Sie hier.
Fazit
Erfurt zeigt, wie leicht Bewegung draußen sein kann – mit Plätzen, Wegen und Anlagen, die ohne Schwelle nutzbar sind. Die Stadt bietet Raum für spontanen Sport ebenso wie für Engagement, das neue Orte entstehen lässt. Und natürlich gibt es auch noch die vielen Vereine, die Erfurts Sportleben prägen – aber das ist eine andere Geschichte.