Was fließt denn da?
Flüsse und Bäche in Erfurt
Prägend für Stadt und Ortsteile
Um es gleich vorweg zu sagen: Erfurt ist für Flüsse und Bäche eine nicht wirklich geeignete Gegend. Die Stadt liegt in einer regenarmen Zone und wo es wenig regnet, gibt es wenig Wasser zu transportieren. Das aber ist die Hauptaufgabe von Fließgewässern.
Es verwundert daher nicht, dass es einigen der Bäche oftmals am Wesentlichen mangelt: Sie führen kein oder so wenig Wasser, dass sie nur an ihrem Bachbett zu erkennen sind.
Trotzdem prägen die Verläufe der Flüsse und Bäche die Stadt Erfurt und ihre Ortsteile seit Jahrhunderten.
Namen sorgt für Diskussionen
Wir haben für „Ich liebe Erfurt“ alle relevanten Fließgewässer der Landeshauptstadt erkundet und vorgestellt. Dieser Artikel bietet einen Überblick. Bei weitergehenden Interesse Ihrerseits: Einfach dem jeweiligen Link von hier folgen.
Wir beginnen mit dem Vieselbach im Osten. Dieser wird sofort nach Überschreiten der Stadtgrenze in seinem Lauf gebremst, um die Talsperre Vieselbach vor Hochstedt mit Wasser zu füllen. Danach erreicht er über die Ortsteile Vieselbach und Wallichen die Gramme.
Der Peterbach stammt aus dem Weimarer Land. Nachdem er das Stadtgebiet im Südosten betreten hat, bleibt er Erfurt erhalten. Bei Rohda/Haarberg und Büßleben fließt er durch eine ländliche Umgebung, bevor er im Linderbach endet.
Damit sind wir bei einem Bach angekommen, der im Oberlauf in Bezug auf seinem Namen für Diskussionen sorgt. Ab Linderbach heißt der Linderbach dann gesichert „Linderbach“ und schließt sich hinter Töttleben ebenfalls der Gramme an.
Sicherheit für die Innenstadt
Immer noch im Süden Erfurts, aber weiter westlich entspringt der Wiesenbach. Vom Willrodaer Forst kommend erreicht dieser über Egstedt und Waltersleben die Gera in Möbisburg, womit wir das für Erfurt bedeutendste Fließgewässer erreicht haben.
Die Gera durchquert die Landeshauptstadt von Süd nach Nord und prägt dabei unter verschiedenen Namen besonders die Altstadt. An deren nördlicher Grenze verabschiedet sich die Schmale Gera von der Hauptgera und wird zu einem wichtigen Gewässer des Thüringer Beckens.
Große Bedeutung kommt dem Flutgraben für die Sicherheit der Innenstadt zu. Seit dem 19. Jahrhundert schützt er diese vor zerstörerischen Hochwassern.
Seltener Gast in Erfurt
Als kurzer Besucher Erfurts sei die Apfelstädt erwähnt. Dieses Flüsschen erreicht bei der Marienthalbrücke nördlich von Molsdorf das Stadtgebiet, um dort sogleich in der Gera zu verschwinden.
Mit dem Mollbach und der Nesse, die ihren Ursprung bei Alach haben, finden sich zwei Exoten unter den Fließgewässern der Stadt Erfurt: Für einen Wassertropfen, der auf Erfurter Stadtgebiet in einem Bach oder Fluss landet, ist das Ziel Hamburg. Dort erreicht er über Unstrut und Elbe das Meer. Für Wassertropfen, die mit Mollbach und Nesse die Reise zum Meer antreten, geht es dagegen über Hörsel, Werra und Weser nach Bremen. Ob sich dann alle Erfurter Wassertropfen in Nordsee wiedertreffen, wissen wir nicht.
Der Verlauf des Marbachs ist dagegen unstrittig. Seine Quelle befindet sich westlich des gleichnamigen Ortsteils. Befreit vom jahrzehntelangen unterirdischen Lauf erreicht er zwischen Moskauer und Berliner Platz die Gera.
Zum Abschluss begeben wir uns zum westlichsten Punkt der Stadtgrenze. Von Bienstädt kommend, erreicht dort der Weißbach Erfurt. Zwischen Töttelstädt und Tiefthal durchfließt dieser „Seltene Gast“ im Orphalgrund ein besonders schönes Stück Erfurt, um in Kühnhausen in die Gera zu münden.
Damit endet unser Besuch der Erfurter Flüsse und Bäche. Es finden sich noch weitere Wasserläufe auf dem Erfurter Stadtgebiet. Diese sind allerdings so klein, dass es schwierig ist, sie fotografisch darzustellen – unser Ausschlusskriterium.
Sollten wir dennoch ein Fließgewässer vergessen haben, melden Sie sich bei uns: redaktion@ich-liebe-erfurt.de