Biber in Erfurt
Erkundungen November 2025 bis Januar 2026
Der Biber beschäftigt uns auf „Ich liebe Erfurt“, seitdem dieser wieder in Erfurt heimisch ist. In unregelmäßigen Abständen sind wir dem Nager innerhalb der Stadtgrenze auf der Spur, dokumentieren seine Aktivitäten und fragen bei der Stadt nach, wie diese bewertet werden. Denn: Der Biber ist ein fleißiger Stadtbewohner und das zeigt sich an vielen Abschnitten der Gera in Erfurt.
Eine Auswahl einiger unserer Beiträge zum Thema finden Sie am Ende dieses Artikels.
Hier unsere Beobachtungen zwischen Herbst 2025 und Januar 2026:
Im November 2025 begeben wir uns im Süden und Norden der Landeshauptstadt auf Spurensuche. Im Dezember und Mitte Januar ist der Abschnitt zwischen Pappelstiegbrücke und Gispersleben im Fokus unserer Beobachtungen.
Beginn der Fällsaison
Biber ernähren sich vegetarisch. Wenn das Nahrungsangebot an Gräsern, Blättern und diversen Feldfrüchten im Herbst versiegt, wendet er sich Bäumen zu. Mit deren Rinde kommt der Nager gut über den Winter. Allerdings werden diese vorher gefällt, womit die Aktivitäten des Bibers gut sichtbar werden.
In Molsdorf ist der Beginn der Fällsaison an der Gera Anfang November nicht zu übersehen.
Geraabwärts zeigen sich bis vor Möbisburg dagegen zu diesem Zeitpunkt keine frischen Spuren, die auf die Existenz des Bibers hinweisen. Auch vor dem Papierwehr bei Hochheim gibt es kaum angenagte oder gefällte Bäume.
Biberrevier mit hoher Aktivität
Anders die Situation im Norden Erfurts. An der Gera zwischen Gispersleben und Kühnhausen weist vieles auf den Beginn der winterlichen Ernährung hin. Hier zeigen sich alte und neue Nagespuren.
Mitte Dezember ist die Baumfällsaison dann im vollen Gang. Auf Höhe des Parks am Alten Heizkraftwerk wird im großen Stil Nagetechnik eingesetzt:
Vor der im Zuge der Buga 2021 neu gestalteten Geraschleife liegt seit Jahren ein Biberrevier mit hoher Aktivität. Hier eine Aufnahme vom März 2024:
Grund genug, sich den Lauf der Gera dort nochmals genauer anzuschauen. Es ist Mitte Januar 2026, als wir zwischen Pappelstiegbrücke und Gispersleben auf Spurensuche gehen.
Biberpfad an der Straße
Im Abschnitt zwischen dem Klärchen und der Riethstraße zeigen sich die ersten Zeichen für die Anwesenheit des Bibers.
Doch im Großen und Ganzen scheint die Gera von dort bis zur Warschauer Straße für den Nager nicht wirklich attraktiv zu sein. Baumfällungen sind selten oder stammen aus früheren Jahren. Trotzdem ist seine Präsenz auch dort nachweisbar. Dieser Biberpfad
befindet sich an der Warschauer Straße (beim Stein unten rechts).
Tatkraft des Bibers wird begrenzt
Nicht zu übersehen sind die Aktivitäten des Bibers dann an der Entenbrücke. Beim Blick geraabwärts zeigen sich viele frisch gefällte Bäume. Entrindete Baumstämme verraten, dass hier die Ernährung in den Wintermonaten sichergestellt wird.
Am Mühlgraben Gispersleben, auf Höhe des Auenteichs, existiert seit einiger Zeit auch ein Damm. Hier beginnt der Biber seine Umgebung aktiv zu gestalten.
Schwerpunkt der Aktivitäten des nagenden Städters ist seit seinem Erscheinen der Geraabschnitt vor dem ehemaligen Wehr Gispersleben. Hier zeigte der Biber seit Jahren, welche Auswirkungen sein Dasein auf die Uferbäume hat. Aus diesem Grund reagiert die Stadt und schützt einige Bäume gezielt. Mit einer Umrundung aus Drahtzaun wird der Biber daran gehindert, diese zu fällen. So wird die beeindruckende Tatkraft des Bibers im Stadtraum begrenzt.
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Anfrage an die Stadt zum Umgang mit dem Biber
Erster Artikel zum Biber mit Video „Biber in der Auenstraße“