Biber in Erfurt
Aktivitäten in der Innenstadt?
Nicht biberfreundlich
Nach unseren Erkundungen zur Aktivität des Bibers im Süden und Norden der Landeshauptstadt, hier ein Blick in die Innenstadt im Februar 2026.
Es ist tiefster Winter, als wir uns auf den Weg machen. Beginnend vom Papierwehr im Erfurter Süden werden wir die Arme der Gera und den Flutgraben nach Biberspuren erkunden. Endstation ist kurz vor der Pappelstiegbrücke im Erfurter Norden.
Zunächst folgen wir dem Bergstrom durch den Luisenpark. Vor dem Gothaer Platz finden sich erste Spuren, die wahrscheinlich von einem durchziehenden Biber stammen.
Weiter in Richtung Stadtmitte finden wir keine Nachweise, mit denen Biber ihre Anwesenheit verraten. Kein Wunder: Der Bergstrom windet sich durch dicht bebautes Gebiet. Hier findet sich wenig Nahrung. Außerdem ist der Gewässerlauf nicht biberfreundlich:
Die Innenstadt setzt klare Grenzen. Dem Walkstrom folgen wir lediglich bis zur Straße des Friedens. Den Breitstrom haben wir zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen Schlösserstraße und Venedig in Augenschein genommen. Ergebnis: Auch hier keine sichtbaren Biberaktivitäten.
Deshalb konzentrieren wir uns auf den Flutgraben. Videoaufnahmen von 2022, die Biber am Hauptbahnhof zeigen, führen einer breiten Öffentlichkeit die Existenz des Bibers in Erfurt erstmals vor Augen.
Unübersehbare Spuren am Promenadendeck
Akribisch erkunden wir den Flutgraben ab der Pförtchenbrücke. Der Wasserstand ist niedrig und so erleben wir beim Gang am Ufer ein Erfurt, welches sich auf den üblichen Wegen nicht zeigt.
Immer wieder steigen wir aus dem Kanallauf, um von den Brücken einen Überblick über das Geschehen zu bekommen. An der Löberstraße schließlich weitere Hinweise auf Biberaktivitäten. Diese werden am Promenadendeck unübersehbar.
Hier hat der Biber vor einiger Zeit Bäume gefällt, die ihn im Winter mit Nahrung versorgen. Die Stelle vor dem Wehr am Schmidtstedter Ufer ist wohl seit ein paar Jahren festes Biberrevier. Schon 2022 konnten wir hier Biberaktivitäten dokumentieren.
Winterliches Mahl
Weiter geht es Richtung Talknoten. Den Flutgraben säumt hier ein Trampelpfad bis zum Johannesufer. Das Ganze ist kein offizieller Weg und bei Hochwasser überflutet, aber: Neben der vielbefahrenden Stauffenbergallee findet sich hier ein eigenes, unerwartetes Stück Erfurt.
Die Biberspurensucher in uns sind auch zufrieden – kurz vor dem Talknoten entdecken wir weitere angenagte Zweige. In Sichtweite einer der meistbefahrenen Kreuzungen der Stadt, findet sich der Biber zum winterlichen Mahl ein.
Weniger Anziehungskraft auf Biber geht von der Gera im Bereich des Nettelbeckufers aus. Hier finden sich lediglich ältere Nageaktivitäten. Der Biber hat sich dort vereinzelt betätigt, ein festes Revier befindet sich hier wohl nicht.
An der Pappelstiegbrücke beenden wir diese Exkursion. Unsere Erkundungen im Norden und Süden Erfurts können Sie unter diesem Link verfolgen.
Seitdem Biber auf dem Stadtgebiet Erfurts ihre ersten Spuren hinterlassen haben, verfolgen wir ihre Aktivitäten auf „Ich liebe Erfurt“. Wir bleiben dran und sind gespannt, wie die neuen Stadtbewohner in Erfurt weiterhin aufgenommen werden.
Noch mehr zum Biber in Erfurt gibt es hier:
Anfrage an die Stadt zum Umgang mit dem Biber
Erster Artikel zum Biber mit Video „Biber in der Auenstraße“