Foto: Der Auenteich ist das Herzstück der Nördlichen Geraaue/Stadtverwaltung Erfurt
Gleich zwei Projekte aus Erfurt sind beim Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 ausgezeichnet worden: Das Promenadendeck sowie die Nördliche Geraaue. Damit würdigte die Jury Donnerstagabend zwei Projekte, die auf unterschiedliche Weise zeigen, wie qualitätsvolle Stadtentwicklung, Gestaltung und eine hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbunden werden können.
Baudezernent Matthias Bärwolff freut sich über die Auszeichnungen: „Ich freue mich sehr, dass gleich zwei Projekte aus Erfurt ausgezeichnet wurden. Das ist eine schöne Anerkennung für die Qualität unserer Arbeit und für alle, die an diesen Projekten mit großem Engagement gearbeitet haben. Sowohl das Promenadendeck als auch die Nördliche Geraaue zeigen, dass gute Stadtentwicklung mehr bedeutet als funktionale Lösungen: Es geht darum, Räume zu schaffen, die Menschen verbinden, Aufenthaltsqualität bieten und unsere Stadt langfristig lebenswert machen.“
Das Promenadendeck am Schmidtstedter Knoten wurde vor vier Jahren fertiggestellt und verbindet die Erfurter Innenstadt mit der Oststadt und der entstehenden ICE-City Ost. Die sechs Meter breite, barrierefreie Fuß- und Radwegbrücke ist dabei mehr als eine reine Verkehrsverbindung. Sitzstufen am Flutgraben laden zum Verweilen ein, gleichzeitig eröffnet sich ein Blick über den Flutgraben.
Die Fachjury würdigte insbesondere die „offene und transparente Wegeführung“ und den „spannenden Aufenthaltsort der Begegnung“. Besonders überzeugte der Ansatz, Infrastruktur zugleich als öffentlichen Raum zu gestalten. Das Promenadendeck schaffe Orte der Verbindung, verbessere die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr und setze ein städtebauliches Zeichen für die Entwicklung der ICE-City Ost.
Die prägnante Wirkung des Bauwerks werde durch seine Konstruktion unterstützt. Das Stahltragwerk passe sich den unterschiedlichen räumlichen Anforderungen an. Zurückhaltende Stahlstützen verstärkten den Eindruck eines über dem Stadtraum schwebenden Bauwerks. Die Brücke zeichne sich durch ihre gesicherte Langlebigkeit aus, heißt es weiter im Juryurteil. Nach vollständiger Integration aller geplanten Wegebeziehungen werde sich der Steg zu einem geschätzten Aufenthaltsort weiterentwickeln.
Auch die Nördliche Geraaue wurde beim Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026 ausgezeichnet. Das Projekt steht für eine umfassende Aufwertung des Freiraums entlang der Gera und verbindet ökologische Entwicklung, Hochwasserschutz, Wegebeziehungen und neue Aufenthaltsmöglichkeiten.
Aus einem zuvor stark von Verkehr und funktionalen Anforderungen geprägten Bereich ist ein zusammenhängender Freiraum entstanden, der die Gera stärker erlebbar macht und neue Möglichkeiten für Erholung, Bewegung und Begegnung schafft.
Beide ausgezeichneten Projekte stehen damit für einen gemeinsamen Anspruch: Stadtentwicklung soll nicht nur funktionale Aufgaben lösen, sondern öffentliche Räume mit hoher Qualität für die Menschen schaffen.
Der Thüringer Staatspreis für Baukultur zeichnet herausragende Projekte aus, die zur Qualität des gebauten und gestalteten Umfelds in Thüringen beitragen. Eine unabhängige, interdisziplinär besetzte Fachjury bewertete die eingereichten Projekte unter anderem nach Gestaltung, Funktionalität, Nachhaltigkeit, städtebaulicher Einbindung und gesellschaftlicher Wirkung. Mit dem eigentlichen Staatspreis wurden in diesem Jahr der Eiermannbau in Apolda, die Gesundheitskioske in der Region Seltenrain, das Heizwerk Erfurt und das Johanniterzentrum Andreasgärten in Erfurt ausgezeichnet. Der Publikumspreis ging an das „S T R O H ballen Klassenzimmer im Landgut Holzdorf“ bei Weimar. Darüber hinaus erhielten sechs weitere Projekte, darunter das Promenadendeck und die Nördliche Geraaue, eine Auszeichnung der Fachjury.
Quelle: Landeshauptstadt Erfurt (Originalmeldung)