Ein Feld mit Puffbohnen wirkt im Mai noch unscheinbar. Die Pflanzen stehen niedrig, das Grün ist zart, und man ahnt mehr, als man sieht. Doch wer das Feld über Wochen begleitet, merkt schnell, wie viel sich hier verändert. Wir haben ein Puffbohnenfeld an der nördlichen Stadtgrenze Erfurts von Mai bis Juli regelmäßig besucht. Hier unsere Beobachtungen über eine für Erfurt bedeutende Pflanze.
Zuerst zeigen sich weiße Blüten an den Sträuchern. Sie sitzen dicht an den Stielen, fast versteckt zwischen den Blättern. Die Blüten sind der erste Hinweis darauf, dass die Puffbohne mehr ist als ein grüner Strauch: Sie kündigen an, was kommen wird.

Dann wachsen die ersten grünen Früchte an den ebenfalls grünen Sträuchern. Noch klein, weich, aber eindeutig zu erkennen. Das Feld wirkt jetzt lebendiger, dichter, kräftiger. Die Pflanzen beginnen, ihre typische Form zu entwickeln.

Mit der Zeit verschwinden die Blätter der Pflanzen langsam, und die eigentlichen Bohnen zeigen sich im schönsten Grün. Die Schoten hängen schwer an den Stielen, prall gefüllt, bereit, als Speisefrucht geerntet zu werden.

Im Juni macht sich auf dem Feld langsam die Farbe Schwarz breit. Erst an einzelnen Pflanzen, dann an ganzen Reihen. Die Puffbohne verändert sich ein weiteres Mal. Die dunkle Farbe geht auch auf die Früchte über. Die grünen Schoten werden schwarz, ein Zeichen dafür, dass die Puffbohne ihren Zyklus vollendet hat. Das Feld wirkt nun ganz anders als noch wenige Wochen zuvor – das trockene Schwarz ist dabei das saftige Grün zu verdrängen.

Zum Verzehr sind die Bohnen in diesem Stadium nicht mehr geeignet. Nach drei Monaten sind auf unserem Feld aus blühenden Pflanzen trockene Sträucher mit holzigen Bohnen geworden.

Mehr zur Puffbohne, Puffbohnengerichte und ihre Bedeutung für Erfurt findet sich hier: