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„Paradiesgärten – Gartenparadiese“ in der Peterskirche

Zauberwelt in bunt

 

 

 

Die Erfurter Peterskirche …

… auf dem Petersberg fristet neben dem wuchtigen Bau der Defensionkaserne ein eher unauffälliges Dasein. Kaum jemand ahnt, dass dieses Gebäude hoch über der Stadt Erfurt seinerzeit die größte Kirche in Thüringen war.

Größter mitteldeutscher Sakralbau des Hochmittelalters

Im Jahre 1103 war Baubeginn für das heute noch sichtbaren Gebäude. An dieser Stelle stand aber schon seit mehr als 250 Jahren eine Kirche: Bonifatius, irischer Mönch und Wegbereiter der Christianisierung in Mitteleuropa, ließ hier einen der ersten Sakralbauten Thüringens. Wie diese ausgesehen hat, ist heute nicht mehr belegbar. Umso mehr wissen wir heute über die Geschichte der Peterskirche zu erzählen. Der Bau aus mächtigen Buntsandsteinquadern war von zwei gewaltigen Türmen gekrönt und war weit ins Land sichtbar. Es war die Abteikirche des Petersklosters, einer Benediktiner-Gründung an dieser Stelle. Ursprünglich ein dreischiffiger Grundriss, ist heute nur noch die gewaltige Haupthalle zu sehen.

Kaiser und Fürsten gingen in der Peterskirche ein und aus …

Die Peterskirche hat im Hochmittelalter einige Kaiser und die höchsten Fürsten des damaligen Reiches unter ihrem Dach beherbergt. Das weithin sichtbare Gebäude mit seinen mächtigen Quadern bot im 12 Jahrhundert den prachtvollen Rahmen für die Reichstage der Staufer. Hier unterwarf sich der Herzog von Bayern und Sachsen,  Heinrich der Löwe nach jahrelangem Streit wider dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa.

Und dann kamen die Preußen …

1803 wurde das Peterskloster säkularisiert, es war ab sofort also kein Kloster mehr.  Dummerweise haben die Preußen die weit sichtbaren Kirchtürme im Nebel des November 1813 weggeschossen.
Weil die Kirche danach ohne Türme nicht mehr so toll aussah, haben die Preußen das nun hässliche Gebäude gleich zur Lagerhalle umfunktioniert. Praktische Menschen. Munition, Mehl, egal – Lagerfläche wurde immer gebraucht.
Positiv ist anzumerken, daß mit dieser Aktion die Truppen Napoleons zur Übergabe der besetzten Stadt Erfurt gedrängt wurden. Neben der Kirche wurde leider auch das Erfurter Severi-Viertel auf dem heutigen Domplatz komplett zerstört und niemals wieder aufgebaut. Auch hier bewiesen die neuen preußischen Stadtherren ihren Pragmatismus und ihre Weitsicht: Die jetzt frei Fläche wurde sofort als Exerzierplatz genutzt. Und heute ist es als Domplatz die Heimat des Erfurter Weihnachtsmarktes, den wir also indirekt den preußischen Zerstörern / Befreiern zu verdanken haben.

 

Als erstes ein kurzes Video …

Gewinnen Sie selbst einen Eindruck, wie sich die Paradiesgärten im Inneren der Peterskirche präsentieren.

Mit der BUGA 2021 vorübergehend zu neuem Leben erweckt

Der Bundesgartenschau 2021 haben wir es zu verdanken, daß die Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“ extra für die beeindruckende Haupthalle der peterskirche konzipiert wurde. Auch nach dem offiziellen Ender der BUGA 2021 bleibt die Ausstellung vorerst an diesem Ort erhalten.

Die Ausstellung "Paradiesgärten - Gartenparadiese" in der Erfurter Peterskirche

Thüringer Residenzschlösser und ihre Parks

Die Kleinstaaterei der vergangenen Jahrhunderte hatte nicht nur Nachteile. Heute können sich die Thüringen-Besucher an einer Vielzahl an Burgen und Residenzschlössern erfreuen. Zu den meisten Schlössern gehört ein sehenswerter Landschaftspark; davon profitieren wir noch heute. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die schönsten dieser Paradiesgärten. Anhand historischer Zeichnungen, die im Riesenformat präsentiert werden, erwachen die einstigen Gartanparadiese zu neuem Leben. Auch die Geräuschkulisse trägt dazu bei: Das allgegenwärtige Vogelgezwitscher verstärkt die Gartenatmosphäre.

Thüringer Residenzen und die umliegenden Parkanlagen sind wahre Gartenparadiese

Im Bild oben ↑ sehen Sie zum Beispiel das Residenzschloss Sondershausen mit den umliegenden Gartenanlagen. Das untenstehende Bild ↓ zeigt eine historische Darstellung der Schwarzburg im Schwarzatal, einem tiefen Kerbtal des Thüringer Waldes. Heute ist das Schwarzatal ein beliebtes und oft unterschätzes Ausflusgziel der Erfurter. Es ist sogar bequem mit der Bahn zu erreichen.

Schloß Schwarzburg im Thüringer Wald

Erfurter Geschichte ist natürlich auch präsent

Die Besucher können auch Exponate wie diese Plastiken aus dem Garten des Schlosses Molsdorf bestaunen oder Details zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Peterskirche erfahren. 

Nachbildung von Plastiken aus dem Landschaftspark des Schlosses Molsdorf
Nachbildung von Plastiken aus dem Landschaftspark des Schlosses Molsdorf
Nachbildung von Plastiken aus dem Landschaftspark des Schlosses Molsdorf

Virtueller Garten als Highlight

Die Projektionswand mit Blumen und Schmetterlingen entführt in einen virtuellen Garten und regt manchen Besucher zum “Schmetterlingsfangen” an ☺.

Probieren Sie es einfach selber aus!

Die Projektionswand mit Blumen und Schmetterlingen entführt in einen virtuellen Garten und regt manchen Besucher zum "Schmetterlingsfangen" an ☺

Was ist Dein Erfurter Lieblingsort?

 

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