Erfurt wirkt in diesen Tagen ein bisschen wie eine Stadt, die tief einatmet. Zwischen Domplatz und Wenigemarkt, Krämerbrücke und Brühler Garten stehen die ersten Absperrungen, Bühnenpodeste liegen bereit, Kabelstränge ziehen sich über das Pflaster. Es ist dieses leise, konzentrierte Arbeiten, das nur eines bedeuten kann: Die Stadt macht sich bereit für ihr großes Altstadtfest.

Aufbauarbeiten auf dem Domplatz Altstadt Erfurt zum Kraemerbrueckenfest_erfurt

Vom 19. bis 21. Juni wird Erfurt wieder drei Tage lang klingen, leuchten und leben. Das Krämerbrückenfest ist längst mehr als ein Stadtfest – es ist ein Gefühl, das sich über die ganze Altstadt legt. Und schon jetzt lässt sich erahnen, wie sich die Orte füllen werden.

Rund um die Krämerbrücke entsteht das Herz des Festes. Die Brücke selbst wird erneut zur Bühne für Kunst, in diesem Jahr mit der Installation „Schichtung“, die sich wie ein leichter Schleier über den historischen Ort legt.

Installation Kraemerbruecke Erfurt_erfurt

Gleich daneben wächst der Mittelaltermarkt heran, der mit Handwerk, Spielleuten und kleinen Szenen aus einer anderen Zeit wieder viele Menschen anziehen wird.

Auf dem Domplatz entsteht die große Hauptbühne. Noch ist sie ein Gerüst aus Metall, doch in wenigen Tagen wird hier das Zentrum der großen Konzerte sein – und am Samstagabend der Ort, an dem das traditionelle Feuerwerk den Himmel über der Stadt öffnet. Am Sonntag zieht das Country‑Open‑Air ein, das den Platz in eine sommerliche Westernkulisse verwandelt.

Aufbau Buehne Domplatz Alstadt Erfurt_erfurt

Der Rathausparkplatz wird sich in eine urbane Insel verwandeln. Die Yo! Blockparty bringt Hip‑Hop, DJs und Street‑Art in die Altstadt und schafft einen Kontrast, der dem Fest seit Jahren guttut. In der Barfüßerruine entsteht ein ganz anderer Klangraum: Die Musikinitiative diePop präsentiert dort junge Künstlerinnen und Künstler, die ihre eigenen Geschichten mitbringen.

Im Brühler Garten wird es ruhiger und weicher. Soul, Jazz und internationale Musik füllen die Wiese, und am Sonntag kommt ein Bewegungsprogramm dazu, das den Garten in einen entspannten Sommerort verwandelt. Der Wenigemarkt bekommt ein neues Gesicht: tagsüber ein Handwerkerdorf, abends ein Platz voller lateinamerikanischer Rhythmen.

Auch die kleineren Orte bereiten sich vor. Der Fischmarkt wird wieder zum Treffpunkt für Straßenmusik, die Engelsburg und der Hof der Musikschule öffnen ihre Innenhöfe, und selbst die Predigerwiese wird Teil des Festes. Über allem schwebt in diesem Jahr ein besonderer Blickfang: „Dinner in the Sky“ auf dem Domplatz, das Besucherinnen und Besucher hoch über die Stadt hebt.

Erfurt rüstet sich – und man spürt, wie sehr sich die Stadt auf diese drei Tage freut. Noch sind es Kabel, Kisten und Gerüste. Bald sind es Musik, Stimmen und Sommerluft. Das 49. Krämerbrückenfest steht vor der Tür, und Erfurt ist bereit.

Faesser auf der Rathausbruecke Altstadt Erfurt_erfurt