Erfurt Ilversgehofen
Vom Dorf zum Stadtteil
Längste Einkaufsstraße der Stadt
Ilversgehofen ist einer der abwechslungsreichsten Stadtteile von Erfurt. Alte Dorfstruktur, moderne Architektur, besondere Einkaufs und Ausgehmöglichkeiten oder Industriebetriebe – all das findet sich in Ilversgehofen. Wir schauen uns diesen Stadtteil genauer an und starten im Südwesten am Papiermühlenweg.
Vorbei am südlichen Rand des Stadtteils erreichen wir die Magdeburger Allee. Diese ist geprägt von Geschäften, die in ihrer Vielseitigkeit ihresgleichen suchen. Vom Mini Kino über Barbershops, Spätis und orientalische Restaurants bis zum Schmuckladen und alternativen Spielzeugladen findet sich hier alles, was das Herz begehrt. Die Magdeburger Allee hat viel Platz und lässt Vieles zu. Dabei ergibt sich auch eine gewisse Dynamik. Neue Geschäfte entstehen, alte machen wieder zu. Es wird ausprobiert und getestet. Was funktioniert, bleibt oder wird woanders fortgesetzt. Die Magdeburger Allee ist nicht nur die längste Einkaufsstraße der Stadt, sondern Erprobungsraum für Geschäfte und Ideen aller Art.
Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise
Wir verlassen die Magdeburger Allee und wenden uns Alt Ilversgehofen zu. Hier zeigen sich Reste des Dorfes Ilversgehofen, welches viele Jahrhunderte vor den Toren der Stadt Erfurt liegt. Im Laufe des 19. Jahr. wächst es mit Erfurt zusammen und wird 1911 Teil der heutigen Landeshauptstadt.
Damals wie heute fließt die Schmale Gera durch das Gebiet und treibt als letzte ihrer Art die Heiligen Mühle an der Mittelhäuser Straße an. Auch die Martinikirche hat ihren Platz im ehemaligen Dorf unverändert inne.
Die Tiergartensiedlung weiter westlich ist jüngeren Datums. Die kleinen Reihenhäuser werden zu ihrer Zeit mit Gärten konzipiert. Eine Idee aus den Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise, wo die Eigenversorgung der Bevölkerung einen großen Wert darstellt. Das Wohngebiet wird im Laufe der Jahre um mehrstöckige Mietshäuser ergänzt. Heute glänzt die Siedlung durch Ruhe und Nähe zum Naherholungsgebiet Nördliche Geraaue.
Wo noch „richtig“ gearbeitet wird
Wir überqueren die Magdeburger Allee nach Osten und gelangen nach Neu Ilversgehofen. Dieses Quartier ist eine angelegte Neustadt aus der wilhelminischen Zeit. Ein Wohnort für die wachsende Arbeiterschaft, die im boomenden Erfurter Norden des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts ihr Auskommen findet.
Jenseits der Bahnlinie Erfurt Wolkramshausen erreichen wir das Jacobsenviertel. Die Wohnanlage ist ein weitgehend erhaltenes Zeugnis des „Neuen Bauens“ aus der Zeit der Weimarer Republik. Benannt ist das Quartier nach dem Architekten Otto Jacobsen. An den Bauherrn Hermann Bösenberg erinnert noch heute der Bösenberg Brunnen in der Neuendorfstraße.
Wer jetzt weitergeht, kommt in den Teil von Ilversgehofen, wo noch „richtig“ gearbeitet wird. Rund um die Hugo John, Stotternheimer und Hohenwindenstraße finden sich Betriebe, die in der Tradition des Stadtteils als Industriestandort stehen. Damit sind wir am Ende unserer Tour durch Ilversgehofen angelangt, dem Dorf, welches sich in Laufe der Zeit zu einem Stadtteil entwickelt hat.