Wolfgang-Nossen-Weg feierlich eingeweiht

09.02.2022 10:00

Ein bisher namenloser Weg zwischen der Cyriak- und der Alfred-Hess-Straße, der am Alten Jüdischen Friedhof vorbeiführt, heißt jetzt Wolfgang-Nossen-Weg.

Ehrung für den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde

ein älterer Mann im Anzug

Foto: Wolfgang Nossen bei einem Jahresempfang. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Am Vormittag wurde der Weg im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie Familienmitgliedern Nossens und zahlreichen Gästen nach dem ehemaligen Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen benannt. „Wie ehren und würdigen mit dieser Namensvergabe einen Mann, der sich große Verdienste um das jüdische Leben in Erfurt und in Thüringen erworben hat. Heute wäre Wolfgang Nossens 91. Geburtstag gewesen. Ein passendes Datum für diesen feierlichen Akt“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Benennung des Weges ist mit Bedacht gewählt, denn Wolfgang Nossen selbst wirkte unermüdlich, um den Alten Jüdischen Friedhof als „Haus des Lebens“ und Erinnerungsstätte wieder erlebbar zu machen. Ab 2007 war er auf sein maßgebliches Betreiben wiederhergerichtet worden. 1811 war der Friedhof als Begräbnisplatz der jüdischen Gemeinde angelegt und in der Nazizeit zerstört worden. Heute befinden sich in der kleinen Anlage 26 Grabsteine, die vom früheren jüdischen Friedhof stammen.

Wolfgang Nossen stand 17 Jahre der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen als Vorsitzender vor (1995–2012). Für seine Verdienste um das jüdische Leben und sein Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wurde er 2011 mit dem Verdienstorden des Freistaates Thüringen geehrt. Gestorben ist er am 16.02.2019 in Erfurt.

Geboren wurde Nossen am 9. Februar 1931 in Breslau als ältester Sohn einer jüdischen Fleischerfamilie. Die Familie überlebte die NS-Zeit und kam nach dem Krieg nach Erfurt. Wolfgang Nossen lernte hier Automechaniker. 1948 wanderte er mit 17 Jahren nach Israel aus, trat den israelischen Streitkräften bei und diente dort viele Jahre.1977 zog er nach Bayern. Nach dem Mauerfall besuchte Nossen Erfurt, fand seine Jugendliebe wieder, heiratete sie und blieb. Zunächst war er in der jüdischen Landesgemeinde als Hausmeister tätig, dann als Vorsitzender.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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