Foto: Fachhochschule Erfurt

 

Planungshilfe des Instituts Verkehr und Raum der Fachhochschule Erfurt gibt Antworten.

Die Zahl an Lastenfahrrädern auf deutschen Straßen steigt stetig an. Im öffentlichen Raum aber fehlen vielerorts geeignete Abstellanlagen, um die Transporträder sicher und geschützt parken zu können. Insbesondere in dicht bebauten Straßenzügen von Wohnquartieren kann das zur Herausforderung für Kommunen und Lastenradnutzer:innen werden.

Prof. Dr. Matthias Gather, Professur für Verkehrspolitik und Raumplanung an der FH Erfurt, erklärt: „Bestehende Fahrradinfrastruktur ist kaum auf die Anforderungen von Lastenfahrrädern ausgerichtet. Transporträder sind deutlich größer als herkömmliche Räder, d.h. auch Abstellanlagen müssen an diese neuen Größenmaße angepasst werden. Zudem sind Lastenräder deutlich teurer und potenzielle Nutzer:innen wollen die Räder auch deshalb möglichst sicher parken können.“

Wie Kommunen auf die neuen Anforderungen reagieren können und was bei der Planung von Abstellanlagen für Lastenfahrräder beachtet werden muss, darauf gibt eine kürzlich veröffentliche Planungshilfe der Wissenschaftler:innen am Institut Verkehr und Raum der FH Erfurt jetzt Antworten. Die Planungshilfe adressiert dabei einerseits funktional-praktische Empfehlungen und gibt Hinweise zu Abstellelementen und der Aufstellungsart sowie zu den Flächen und Platzbedarfen von Lastenrädern. Andererseits werden architektonisch-räumliche Aspekte betrachtet und vielfältige Gestaltungsoptionen aufgezeigt. Die Planungshilfe soll Kommunen zudem eine Orientierungshilfe zur Ermittlung der Anzahl der erforderlichen Stellplätze in den kommenden Jahren in verschiedenen städtebaulichen Quartierstypen geben.

Dr. Claudia Hille, Mobilitätsforscherin an der FH Erfurt, erklärt dazu: „Wir schätzen, dass es im Jahr 2030 rund 5,2 Millionen Lastenfahrräder in Deutschland geben wird. Jeweils die Hälfte der Räder wird privat bzw. gewerblich genutzt werden, so dass sich für deutsche Kommunen die Nachfrage an öffentlichen Stellplätzen erheblich steigern wird. Unsere „Planungshilfe für Abstellanlagen von Lastenfahrrädern im öffentlichen Raum“ gibt Kommunen damit auch das Rüstzeug für die Verkehrswende an die Hand. Denn wer die Verkehrswende fördern will, kommt am Lastenfahrrad nicht mehr vorbei.“

Zum Hintergrund:
Das Forschungsprojekt „ALADIN – Abstellanlagen für Lastenfahrräder in Nachbarschaften“ wird im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplan vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) seit Januar 2020 gefördert.

 

Quelle: Fachhochschule Erfurt

 

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