Schokolade ist durchaus vieles. Für die einen ist sie süße Lust, für andere eine leckere Last oder gar Genuss. Sie ist vielfältig und facettenreich, von klassisch bis außergewöhnlich. Man kann sie auch wissenschaftlich betrachten, und das aus vielerlei Sicht.

Erster Erfurter Schokoladentag am 14. September

 

Wie? Das möchte der 1. Erfurter Schokoladentag zeigen. Unter dem Motto „Wissenschaft trifft Genuss“ laden die Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt und die Stadtverwaltung Erfurt am 14. September ins Angermuseum ein. Der Tag ist dabei nicht zufällig gewählt – es ist der Geburtstag Alexander von Humboldts, des großen deutschen Forschungsreisenden und Wissenschaftlers. Wissenschaftler der Akademie werden sich in zahlreichen Fachvorträgen populärwissenschaftlich der Schokolade widmen. So vielfältig diese heute ist, so gut gemischt sind auch die Beiträge der Professoren und Doktoren. Sie werden sich literarisch, historisch, ökologisch, psychologisch und archäologisch dem süßen Genuss widmen.

„Ich bin der Akademie für diese Premiere sehr dankbar“, so Erfurts Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke. Nachdem die Idee für ein wissenschaftliches Schokoladen-Festival im Präsidium der Akademie entstanden war, drehten sich die Gedankenräder auch innerhalb der Stadtverwaltung. Entstanden ist ein rundes Programm. Die Theorie der Vorträge wird ergänzt durch genüssliche Praxis im Innenhof des Angermuseum: Von Kaffeespezialitäten über auserlesene Weine bis hin zu besonderen Schokoladenkreationen aus dem Hause Goldhelm – dem Genuss werden kaum Grenzen gesetzt.

Auch außerhalb des Angermuseums wird es Aktionen geben. So z. B. im Deutschen Gartenbaumuseum. Dort werden Schülerinnen und Schüler der Humboldt-Grundschule zum Thema Kakao und fairer Handel forschen und die Techniken Alexander von Humboldts zum Dokumentieren von Pflanzen ausprobieren. Die Volkshochschule wird einen Workshop unter dem Titel „Das süße Gold aus Ecuador“ anbieten. Dabei soll das Bewusstsein für die globale Dimension eines Alltagsproduktes geschärft werden. Die Kursteilnehmer stellen,  sozusagen zur Belohnung, ihre eigenen Schokoladenkreationen her.

Erfurts Bürgermeisterin weiter: „Mit vielen Partnern ist es uns gelungen, einen anspruchsvollen und abwechslungsreichen Schokoladentag vorzubereiten. Dafür sage ich allen Beteiligten herzlich danke. Und lade die Erfurterinnen und Erfurter ein – Schokifan oder nicht – dabei zu sein und die Welt der Schokolade neu zu entdecken.“

Hintergrund

 

Für den Schokoladentag wurde Alexander von Humboldts Geburtstag gewählt, weil er als eines der jüngsten Mitglieder der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt eine enge Beziehung zur Stadt und die Akademie hat. Humboldt verkörperte in seinem Wirken das, was die Akademie anstrebt: die Verbindung zwischen Wissenschaft, Kunst und dem Leben der Menschen. Dem Gelehrten war es wichtig, Wissenschaft in seinen Kosmos-Vorlesungen für alle erlebbar zu machen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Er verfügte über ein riesiges, internationales Netzwerk, zu dem auch die bedeutendsten Wissenschaftler seiner Zeit gehörten, darunter Darwin. Dadurch, dass er große Achtung vor Menschen hatte, sich gegen Sklaverei und für Gleichberechtigung, ungeachtet nationaler Zugehörigkeit, einsetzte, genoss er weltweite Anerkennung und ist ins Weltgedächtnis eingegangen.

Er gehörte zu den ersten europäischen Wissenschaftlern, die Kakaopflanzen gesehen haben. Er hat sich in mehreren Werken, aber auch in seinen im Jahr 2000 publizierten Tagebüchern, über Kakao geäußert, seiner Biologie, fiskalischen Rolle und der Bedeutung als Nahrungsmittel. Er ging so weit zu behaupten, dass ohne den energiereichen „chocolatl-Trunk“ die Entdeckung der „neuen Welt“ nicht stattgefunden hätte.

Wissenschaftler unserer Akademie werden auf seine Überlegungen zu sprechen kommen, etwas zur Ethnologie sagen, die Kakaopflanze vorstellen und uns der Frage widmen, ob Schokolade wirklich glücklich macht.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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