Foto: Handwerkskammer Erfurt

 

Katherina Froschmair Edle von Scheibenhof hat sich einen Lebenstraum erfüllt. „Nach meinem Abitur habe ich zunächst eine Ausbildung zur Physiotherapeutin begonnen. Aber in mir schlummerte schon immer eine Friseurin. Ich habe immer gerne Haare gemacht und von einem eigenen kleinen Laden geträumt“, sagt die 39-Jährige aus Erfurt.

2019 hat sie ihren Salon „Auszeit Haarstudio“ in Gispersleben eröffnet. „Es ist ein gemütlicher, heimeliger Laden, ohne große Schaufenster, hinter denen die Kunden wie auf dem Präsentierteller sitzen. Genauso habe ich ihn mir immer vorgestellt.“ Der Grundstein war die Meisterausbildung, die die Erfurterin zunächst in Teilzeit, später in Vollzeit absolvierte. Im April nahm sie ihre Urkunde bei der Meisterfeier in der Messe Erfurt entgegen.

Mit der erfolgreich absolvierten Meisterausbildung hat sie sich für den Meisterbonus qualifiziert. Die Finanzspritze in Höhe von 1.000 Euro kann von Absolventinnen und Absolventen im Handwerk beantragt werden, die einen Meisterabschluss in einem Gewerbe nach Anlage A oder B der Handwerksordnung (HwO) erfolgreich abgelegt haben. Der Zeitpunkt der Feststellung des Prüfungsergebnisses darf nicht vor dem 01.01.2021 liegen und nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. „Die Beantragung lief reibungslos, das Geld war recht schnell auf dem Konto“, sagt Katherina Froschmair Edle von Scheibenhof.

Verschiedene Förderinstrumente

 

Der Meisterbonus ist ein Instrument der Förderung frischgebackener Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister. Die besten Absolventinnen und Absolventen eines Jahrgangs dürfen sich darüber hinaus über die Meisterprämie freuen. Gründern steht zudem die Meistergründungsprämie zur Verfügung. Die Förderungen sollen einen Anreiz bilden, sich beruflich fortzubilden und die Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung unterstreichen.

Der Thüringer Handwerkstag e.V. hatte mit der Landesregierung jahrelang um die Förderung gerungen. Obwohl die Etablierung ein Erfolg ist, setzt sich die Interessenvertretung der rund 30.000 Betriebe im Freistaat weiterhin für eine Stärkung der Instrumente ein. „Ich habe mich sehr über die 1.000 Euro gefreut, aber mit Blick auf die Kosten, die Energie und die Zeit, die man in die Meisterausbildung investiert, sind sie ein Tropfen auf dem heißen Stein“, weiß auch Katherina Froschmair Edle von Scheibenhof. Die Friseurmeisterin spricht sich für weitere unbürokratische Anreize aus, wie etwa einen Bonus für diejenigen, die die Prüfung direkt im ersten Anlauf schaffen. So könne insbesondere eine Perspektive für Gesellen geschaffen werden, Karriere im Handwerk zu machen.

Die 39-Jährige hat die höchste Stufe der Karriereleiter erreicht und den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut – auch wenn die Corona-Pandemie sie kurz nach der Eröffnung zur Schließung des Salons für mehrere Wochen zwang. „Die 1.000 Euro konnte ich in dieser Zeit natürlich gut gebrauchen“, sagt sie.

 

Quelle: Handwerkskammer Erfurt

 

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