Führung
Öffentliche Führung in der Dauerausstellung "Verfolgen und Aufklären ..."
Do, 1. Okt 2026, 15:00 – 16:30 Uhr
Verfolgen und Aufklären. Die erste Generation der HolocaustforschungZwischen 1939 und 1945 ermordeten die Deutschen und ihre Helfer in Europa annähernd sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Menschen ebenso wie auf die Zerstörung ihrer Kultur. Alle Spuren des Verbrechens sollten getilgt werden.
Angesichts dessen entstanden grenzüberschreitende Netzwerke – eine globale Community der Holocaustforschung. Vor diesem Hintergrund lässt sich keinesfalls die Theorie aufrechterhalten, dass die moderne Holocaustforschung erst in den 1970er Jahren entstanden sei. Ganz im Gegenteil: Die erste Generation dieser Aufklärer und Aufklärerinnen war bereits 30 Jahre früher aktiv. Der eigene Anspruch an Wissenschaftlichkeit war interdisziplinär, methodisch fundiert und anspruchsvoll – und er wurde auch eingelöst.
Die erste Generation der Holocaustforschung hatte oft mit Rückschlägen, Ignoranz, Ablehnung und Leugnung zu kämpfen. Sogar nach 1945 war sie nicht selten Gewalt und staatlichem Druck ausgesetzt – die vielfachen Fluchten und Migrationen dieser Überlebenden berichten davon. So sind ihre Biographien zugleich eine Verpflichtung, ihre Errungenschaften auf wissenschaftlichem und praktischem Gebiet gegen jene zu verteidigen, die sie anzweifeln und offen infrage stellen. Die Ausstellung möchte dazu beitragen, das Wissen über den Holocaust und die Erinnerung an die zerstörten jüdischen Lebenswelten lebendig zu halten und zur eigenen Auseinandersetzung damit anzuregen.
Angaben
- Ort
- Erinnerungsort Topf & Söhne
- Adresse
- Sorbenweg 7, 99099 Erfurt
- Stadtteil
- Daberstedt
- Veranstalter
- Erinnerungsort Topf & Söhne