Besucher des Erfurter Fahrradfrühlings am 24. April auf dem Domplatz haben die Möglichkeit, kostenfrei ihr Fahrrad codieren zu lassen. Das Tiefbau- und Verkehrsamt Erfurt übernimmt an diesem Tag die Kosten, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. (ADFC) Erfurt für seine Dienstleistung erhebt. Damit möchte das Amt dazu beitragen, Fahrraddiebstähle in der Landeshauptstadt zu minimieren.

Einmalige Aktion zum Erfurter Fahrradfrühling

„Wir möchten das Fahrradklima in Erfurt verbessern. Dazu gehört nicht nur der Ausbau neuer Fahrradwege oder das Bereitstellen hochwertiger Radabstellanlagen. Mit der Aktion können wir Raddieben das Leben etwas erschweren. Die Codierung ist ein wirksames Mittel. Ich hoffe nun auf großes Interesse der Besucher an unserem einmaligen Angebot“, sagt Alexander Reintjes, Amtsleiter des Tiefbau- und Verkehrsamtes.

„Alle zwei Jahre führt der ADFC seinen Fahrradklima-Test durch. An der Umfrage nehmen auch viele Erfurterinnen und Erfurter teil. Leider verschlechtert sich seit 2012 eine Teilnote stetig: der Fahrraddiebstahl. 2012 gaben die Teilnehmenden dem Thema Diebstahl Note vier. Im Jahr 2020 war es Note fünf. Hier muss eindeutig gehandelt werden. Allerdings sind der Stadtverwaltung Erfurt diesbezüglich die Hände weitgehend gebunden. Umso mehr begrüße ich die Initiative des Tiefbau- und Verkehrsamtes“, freut sich der Erfurter Radverkehrsbeauftragte Dirk Büschke.

Die Codierung durch den ADFC ist schnell erledigt. Benötigt werden das zu codierende Fahrrad, ein Eigentumsnachweis – zum Beispiel Kaufvertrag, Rechnung oder Quittung – sowie der Personalausweis oder Reisepass. Ein Kassenzettel reicht übrigens nicht aus, um das Fahrrad als Eigentum zu deklarieren. Fehlt der Nachweis, besteht der ADFC auf eine Eigentumserklärung und den Abgleich des Personaldokumentes.

Dann werden am Stand des ADFC Erfurt die Klebecodierungen angebracht. Dazu wird ein spezielles Etikett verwendet, das unbefugtes Ablösen fast unmöglich macht. Die Position des Aufklebers ist standardisiert. Ein überklebter Code fällt Polizei und Fahrradhändlern dadurch leicht auf. Bei E-Bikes können auch zusätzlich die Akkus codiert werden.

„Wir freuen uns über das Engagement des Tiefbau- und Verkehrsamtes. Das zeigt einmal mehr die positive Entwicklung des Radverkehrs in Erfurt und seinen Stellenwert. Trotzdem muss noch an einigen Stellschrauben gedreht werden. Dazu gehören die zahlreichen Fahrraddiebstähle. Eine Codierung des Rades kann helfen. Auch wenn die robuste Codierung den Diebstahl nicht verhindert, macht sie es den Dieben schwer, die Räder zu verkaufen“, erzählt Thomas Engel, Mitglied im Kreisvorstand des ADFC Erfurt.

Matthias Polten von der Landespolizeiinspektion Erfurt ergänzt: „Das Codiersystem wurde von der Polizei entwickelt. Es erzeugt eine Buchstaben- und Ziffernfolge, die – entschlüsselt – Hinweise auf den Eigentümer gibt. Aufgefundene Räder können den Eigentümern sofort übergeben werden. Auch wenn der Eigentümer des Fahrrades umzieht, ist eine Nachverfolgung über das Einwohnermeldeamt möglich. Mit der Rahmennummer alleine geht das nicht. Etwa 90 Prozent der uncodierten Räder finden deshalb nicht zurück zu ihren Eigentümern.“

Der Erfurter Fahrradfrühling findet am 24. April von 10 bis 17 Uhr auf dem Domplatz statt.

Wer an diesem Tag nicht an der gemeinsamen Codierungs-Aktion von ADFC und Tiefbau- und Verkehrsamt teilnehmen kann, hat dennoch die Möglichkeit, sein Rad gegen Gebühr codieren zu lassen. Jeden dritten Mittwoch im Monat bietet der ADFC am Radhaus in der Bahnhofstraße 22 von 18 bis 20 Uhr Fahrradcodierungen an.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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