Foto: Gepardennachwuchs/Thüringer Zoopark, Ralf Tobias
Thüringer Zoopark Erfurt zieht Bilanz und blickt nach vorn
Die große Zoopark-Inventur bietet einen umfassenden Rückblick auf das Jahr 2025 – von Besucherzahlen über Tierbestand bis hin zu Baugeschehen, Bildungsarbeit und besonderen Highlights. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: 2026 stehen weitere Bauprojekte, Veranstaltungen und tierische Höhepunkte an.
Besucherzahlen: stabile Nachfrage und Etablierung beliebter Formate
Im Jahr 2025 verzeichnete der Thüringer Zoopark Erfurt insgesamt 290.485 Besuche und bewegt sich damit auf einem weiterhin stabilen Niveau im Vergleich zum Vorjahr (306.166 Besuche). Davon entfielen 221.019 auf Tagesbesucher sowie 67.635 auf Jahreskartenbesuche. Insgesamt wurden 11.340 Jahreskarten verkauft.
Die konstant hohen Jahreskartenverkäufe zeigen die enge Bindung vieler Besucherinnen und Besucher an „ihren“ Zoopark. Der Familien-Pass der Stadt Erfurt wurde im Jahr 2025 insgesamt 3.266-mal genutzt: 1.585 Gäste entschieden sich dabei für die Tageskartenoption, 1.681 Besuchende erwarben mit dem Pass eine Jahreskarte. Ergänzend dazu nutzten 3.826 Gäste das Angebot der Hundetageskarten, 102 Hundejahreskarten wurden ausgegeben.
Besonders stark nachgefragt waren erneut die Veranstaltungen: Mit rund 10.500 Besucherinnen und Besuchern war Halloween die besucherstärkste Veranstaltung des Jahres, die in 2026 weiter ausgebaut wird. Darüber hinaus nahmen 611 Personen an den beliebten Sonderführungen Abendsafari und Taschenlampentour teil.
Tierinventur: bewusste Bestandsentwicklung und neue Arten
Zum Stichtag der Inventur am 31.12.2025 wurden im Zoopark 1.045 Tiere aus 144 Arten und Rassen gezählt, davon 30 Haustierformen (2024: 1.153 Tiere aus 158 Arten und Rassen). Die Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr sind Ergebnis eines bewussten und fachlich fundierten Tiermanagements. Im Zuge dessen wird regelmäßig geprüft, welche Tierarten langfristig in moderne, zeitgemäße und artgerechte Haltungsbedingungen integriert werden können und wo Anpassungen notwendig sind.

Foto: Bisongehege/Archiv ich liebe Erfurt
Gleichzeitig wurde der Tierbestand in anderen Bereichen weiterentwickelt und ergänzt. Neue Tierarten wie Goldschultersittich, Wildmeerschweinchen und Fossa bereichern den Zoopark und unterstreichen die strategische Ausrichtung auf eine zukunftsfähige, verantwortungsvolle und artenschutzorientierte Tierhaltung.
Ein absolutes Highlight war die Geburt von vier Gepardenjungtieren am 11. August 2025. Diese Geburt ist von internationaler Bedeutung, da Geparden als stark gefährdete Art gelten und der Thüringer Zoopark Erfurt aktiv an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) teilnimmt. Solche Zuchterfolge sind ein wichtiger Beitrag zum langfristigen Artenschutz in der Zoowelt.
Zooschule und Bildung: Lernen mit allen Sinnen
Die Zooschule bleibt ein zentraler Pfeiler des Zooparks als außerschulischer Lernort. 2025 wurden über 200 Zooschulangebote gebucht, besonders stark nachgefragt von Kindertagesstätten (115 Buchungen), vor allem in den Monaten Mai und Juni.
Insgesamt fanden 205 Zooschulunterrichte, 102 Kindergeburtstage sowie zahlreiche Fach- und Sonderführungen statt. Besonders beliebt bei den Geburtstagspartys war die sogenannte „Riesenrunde“, die 50-mal gebucht wurde: In rund 1,5 Stunden erleben die Kinder Tiere hautnah, erhalten eine anschauliche Führung und kommen mit ausgewählten Zooschul- und Haustieren in Kontakt.
55 Fachführungen boten vertiefende Einblicke, teils mit einem kurzen Blick hinter die Kulissen. Ergänzt wurde das Angebot durch 20 Sonderführungen, darunter Taschenlampentouren, Abendsafaris und Führungen mit Frau Schmidt, der Rangerin der besonderen Art.
Ein besonderer Meilenstein: Der Zoopark wurde 2025 erneut mit dem BNE-Siegel (Bildung für nachhaltige Entwicklung) rezertifiziert. Dieses Siegel bestätigt, dass der Zoopark Bildung vermittelt, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich macht und Menschen dazu befähigt, verantwortungsvoll zu handeln – ganz im Sinne der Agenda 2030.
Engagement und Fachwelt im Zoopark
Das große Engagement der Unterstützer zeigt sich deutlich: Der Zooparkfreunde – Verein verkaufte 25.000 Lose und über die Zoopark-Stiftung wurden mehr als 250 Tierpatenschaften abgeschlossen.
Zudem war der Thüringer Zoopark 2025 Austragungsort von drei bundesweiten Tagungen: Es tagte die Fachgruppe für Zootierernährung in Erfurt sowie die AG Artenschutz und die AG Wissenschaft und Forschung. Kolleginnen und Kollegen aus der Zoofachwelt im Thüringer Zoopark begrüßen zu dürfen, ist eine große Bereicherung. Der fachliche Austausch stärkt die Vernetzung innerhalb der Zoogemeinschaft, ermöglicht wertvolle Lernprozesse und trägt dazu bei, den Zoopark als aktiven, anerkannten Teil der gemeinsamen Fachwelt sichtbar zu machen.
Investitionsoffensive in 2025 erfolgreich gestartet
Mit eigenen Investitionen von über 1,4 Mio. € konnte der Vorjahreswert des Zooparks fast verfünffacht werden. Erstmals seit 10 Jahren lagen die Investitionen oberhalb des Vermögensverzehrs. In 2025 wurde somit die Wende zur Modernisierung des Zooparks erfolgreich eingeleitet.
Für die Besucherinnen und Besucher gut sichtbar schritten die Bauarbeiten an der neuen Tierarztpraxis voran. Auch oben auf dem sogenannten Plateau tut sich etwas: Die Rote-Panda-Anlage wird 2026 vollständig fertiggestellt, so dass die Pandas, wenn Tiere aus dem EEP verfügbar sind, die Anlage beziehen können. Eine weitere Tierart wird als Nachbar der Pandas in das kleinere Gehege einziehen.
Ebenfalls abgeschlossen sind die Bauarbeiten der Sanitäranlagen im alten Elefantenhaus, deren Eröffnung im Februar 2026 im Rahmen eines Pressetermins erfolgt, inklusive Ausblick auf die zukünftige Nutzung des Gebäudes.
Die „alte“ Gepardenanlage wurde ertüchtigt, die Schaffung einer Verbindung zwischen oberer und unterer Anlage ist für dieses Jahr geplant. Parallel dazu wird als größtes Projekt des Zooparks die energetische Sanierung des Nashornhauses starten. Die ersten Phasen der Planung wurden in 2025 abgeschlossen und der Bauantrag eingereicht.
Ausblick auf 2026
Ein wichtiger Meilenstein in 2026 wird der Umzug der Nashörner in das neue Elefantenhaus sein. Ab dem Sommer soll das Nashornhaus umgebaut und die Fläche und der Komfort für die Tiere deutlich erhöht werden.
Auch 2026 setzt der Thüringer Zoopark Erfurt seinen eingeschlagenen Weg konsequent fort. Neben der Fertigstellung laufender Bauprojekte und der Weiterentwicklung des Tierbestands dürfen sich die Besuchenden auf neue inhaltliche Angebote freuen.

Foto: Elefantennachwuchs 2024/Archiv ich liebe Erfurt
Gleichzeitig wird der Masterplan abgeschlossen und erstmals öffentlich vorgestellt. Er dient als strategische Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Zooparks und schafft Transparenz über geplante bauliche, inhaltliche und strukturelle Maßnahmen der kommenden Jahre.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf dem Ausbau des zoopädagogischen Angebots. Begleitet von erfahrenen Tierpflegerinnen und Tierpflegern werden dabei exklusive Einblicke in den Alltag der Tiere gegeben und spannende Fakten zu Biologie, Verhalten und Artenschutz vermittelt.
Parallel dazu wird der Besucherservice weiter verbessert. Die Erweiterung der Gastronomie in den Außenstandorten spielt dabei eine zentrale Rolle. Bereits seit 2025 stehen in ausgewählten Tierhäusern Getränke- und Snackautomaten zur Verfügung, um die Versorgung der Gäste auch abseits klassischer Gastronomieangebote sicherzustellen. Dieses Angebot soll weiterentwickelt und ergänzt werden, um den Zoobesuch insgesamt noch komfortabler zu gestalten.
Derzeit werden zudem zwei Sonderausstellungen geplant, die zentrale Themen des Arten- und Naturschutzes aufgreifen und diese anschaulich, verständlich und zielgruppenübergreifend vermitteln sollen. Damit stärkt der Zoopark seinen Anspruch als moderner Bildungs- und Erlebnisort und rückt den Schutz der biologischen Vielfalt noch stärker in den Fokus des Zoobesuchs. Zudem setzt das Zoopark-Team erneut auf ein attraktives Veranstaltungsprogramm: Geplant sind fünf größere Veranstaltungen im Frühjahr, Sommer und Spätsommer, ein erneut zweitägiges Halloween, die große Ostereiersuche im April sowie diverse Entdeckertage und ein starker Fokus auf Ferienangebote, nicht nur in Thüringen,sondern auch während der bayerischen Ferien, da insbesondere Gäste aus Franken den Zoopark gerne besuchen.
Quelle: Thüringer Zoopark Erfurt