Schon ab Mai 2022 soll das einzigartige Haus „Zum güldenen Krönbacken“ inmitten von Erfurts Altstadt als Schaudenkmal eines mittelalterlichen Patrizierwohnhauses zugänglich gemacht werden. Dafür sammeln die Geschichtsmuseen nun im April über die „Erfurt Crowd“ das benötigte Geld.

 

Bauliches Kleinod soll Schaudenkmal werden

Foto: Dr. Martin Sladeczek: „Sobald man die Türen aufsperrt, kommen Leute rein. Dazu müssen die Türen aber offen stehen!“ Foto: © Stadtverwaltung Erfurt/Dirk Urban

 

Die Erfurter Altstadt begeistert Erfurter und Touristen. Die mittelalterliche Bausubstanz ist deutschlandweit einzigartig. Eine Besonderheit sind die vielen Bürgerhäuser, die jedoch meist nicht zugänglich sind. Die Ausnahme soll das Haus „Zum güldenen Krönbacken“ in der Michaelisstraße darstellen. „Sobald man die Türen aufsperrt, kommen Leute rein, sehen sich neugierig um und sind begeistert. Dazu müssen die Türen aber offen stehen!“, wirbt Dr. Martin Sladeczek, Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen, um Unterstützung für das Projekt.

Ziel ist es, das älteste erhaltene dreistöckige Gebäude der Stadt zu einem Schaudenkmal zu entwickeln. Das bauliche Kleinod entstand in mehreren Bauphasen vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem ebenfalls mittelalterlichen Speichergebäude (1467), der Michaeliskirche und weiteren Gebäuden der Umgebung bildet das Haus ein herausragendes mittelalterliches Ensemble.

In dieser Sicht- und Erlebbarkeit, vor allem aber in der hohen Authentizität des Gebäudes, liegt nun auch die große Chance begründet, das Gebäude als niedrigschwelliges Schaudenkmal für die Altstadt zu betreiben. Thematisch soll es sich den Erfurter Patriziern, ihrem Wohnen, ihrem Handel sowie ihrem politischen und kulturellen Wirken widmen. Das Haus ist dabei das wichtigste Exponat. Außerdem werden noch kunsthistorische Schätze von der Romanik bis zur Renaissance präsentiert. Zu sehen sind dann Steine aus der Steinsammlung der Erfurter Museen aus neun Jahrhunderten, die lange nicht oder noch nie zu sehen waren, aber alle einen Bezug zum Haus oder der Umgebung haben.

Von Juni bis Oktober 2022 soll diese erste Ausstellung Anlass sein, das Haus kostenfrei für Besucher zu öffnen. Um diese kurzfristige Öffnung zu ermöglichen, nutzen die Erfurter Geschichtsmuseen nun auch den Weg des Crowdfundings. Über die „Erfurt Crowd“ der Erfurter Stadtwerke kann man das Vorhaben ab sofort bis Ende April unterstützen. Unter www.erfurt-crowd.de/altstadt-denkmal können Interessierte entweder mit einem freien Geldbetrag helfen oder sich auch für eine der vorgeschlagenen Prämien entscheiden. Von der Dankeskarte eines Patriziers aus der Renaissance über Kuratorenführungen bis hin zum Namen auf der Unterstützertafel als Dankeschön ist vieles dabei.

Mit dem Geld werden unter anderem die Gestaltung und Erarbeitung der Ausstellung, die Werbung und der Transport der historisch wertvollen Steine finanziert. Sladeczek dankte allen Mitarbeitern, die bei den ersten Schritten zur Öffnung des Hauses „mitgezogen haben, auch wenn sich das Konzept noch in der Entwicklung befindet.“ Nun hofft er, dass sich auch viele Erfurter rege am Crowdfunding beteiligen, um sich und ihren Gästen einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Altstadt zu ermöglichen.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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