Das Umwelt- und Naturschutzamt und die Baumkommission der Stadt Erfurt verzeichnen aktuell vermehrt Baumfällanträge aufgrund von Läusebefall an Nadelbäumen. Die meisten dieser Anträge werden jedoch abgelehnt. Erst, wenn sich der Baum nach einem Jahr nicht erholt hat oder kaum noch Nadeln aufweist, kann eine Antragstellung sinnvoll sein.

Bäume erholen sich durch gute Wässerung meist von selbst

Was ästhetisch für das menschliche Auge zunächst nicht entzückt, ist für den Baum an sich in den überwiegenden Fällen kein Problem, da er sich in den Folgejahren gut erholen kann. Das hat auch der letzte Massenbefall im Jahr 2015 gezeigt.

Hauptverursacher ist aktuell die Sitkafichtenlaus oder Fichtenröhrenlaus (Liosomaphis abietinum), die derzeit in großer Zahl vor allem Blaufichten im Stadtgebiet befällt.

Die Nadeln der betroffenen Bäume – neben Sitkafichten vor allem Blaufichten und serbische Fichten – färben sich zunächst fleckig gelb und verbraunen. Nach kurzer Zeit fallen die Nadeln vor allem in den inneren und unteren Astbereichen in großer Zahl ab. Einjährige Triebe (frische Maitriebe) werden nicht befallen. Bei sehr starkem Befall kommt es jedoch gar nicht zum Austrieb. Ein Absterben ist jedoch nur bei stärker vorgeschädigten Bäumen möglich.

Gerade bei bereits größeren Bäumen sollte der Baumerhalt vorgehen, als vorschnell zu fällen. Mit regelmäßiger Wässerung können sich die Bäume gut erholen und sind dann noch viele Jahre Schattenspender, Sauerstoffproduzenten, natürliche Filteranlagen und Lebensraum von Tieren. Nachpflanzungen brauchen erst mehrere Jahrzehnte, bis sie all diese Wirkungen entfalten.

Wichtig für die etwaige Bekämpfung der Läuse ist die Erkennung des Befalls vor allem von Oktober bis Dezember und März bis Mai. Hierzu können Klopfproben vorgenommen werden, indem weißes Papier oder Pappe unter die Äste gehalten wird und diese abgeklopft werden. Bei den wöchentlichen Versuchen ist eine Bekämpfung ab dem Vorkommen von fünf Läusen bei der Probe angeraten.

Neben der guten Wässerung können geeignete und zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Das Umwelt- und Naturschutzamt empfiehlt hier ausdrücklich nur natürliche Präparate auf Pflanzenölbasis. Hierdurch werden die Läuse wirksam bekämpft und Nützlinge geschont. Etwa ab Juni/Juli ebben die Läusebestände ohnehin ab und Marienkäfer und Florfliegen tun ihr Übriges.

Bei Neupflanzungen sollte in Erfurt auf die Baumart Fichte verzichtet werden. Wer dennoch Nadelbaumarten pflanzen will, sollte auf Eiben, Tannen, Douglasien oder Kiefern zurückgreifen.

Für weitere Fragen steht das Umwelt- und Naturschutzamt telefonisch unter 0361 655-2553 oder per E-Mail an baumschutz@erfurt.de zur Verfügung.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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