Ein modernes Quartier inmitten Erfurts ist jetzt auf neue Weise erlebbar: Am heutigen Donnerstag wurde im Technischen Rathaus in der Warsbergstraße eine Dauer-Ausstellung eingeweiht – sie zeigt auf zwei Etagen fünf Thementafeln und eine Einstiegstafel zur Geschichte des Erfurter Stadtteils Brühl.

Dauerausstellung im Technischen Rathaus eröffnet

 

Finanziert und umgesetzt hat das Projekt der Erfurt-Brühl e. V., ein Stadtteilverein, der sich zum Ziel gesetzt hat, Beiträge zur Weiterentwicklung des Brühls zu leisten, den Stadtteil zu beleben und in der Bevölkerung bekannter zu machen.

Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit sind Projekte zur Historie des Brühls. Bei der Erstellung der Schautafeln wirkten Vereinsmitglieder mit; zudem haben verschiedene Zeitzeugen/Experten Unterstützung geleistet – ehemalige Optimaner, Funkwerker sowie Vertreter des Bistums Erfurt. Gestaltet wurden die Geschichtstafeln durch die ebenfalls im Brühl ansässige Medien- und Marketingagentur Rüberg GmbH.

Die fünf Brühl-Schautafeln behandeln die Themen „Neues Brühl“, „Geschichte des Funkwerks“, „Geschichte der Optima“, „Martinskirche und Kloster“ sowie „Grünes Brühl“. Unter anderem mit der Geschichte der beiden wirtschaftlichen Einheiten Optima und Funkwerk verbinden sich für viele Erfurterinnen und Erfurter zahlreiche gerade auch persönliche Erinnerungen. Das „Grüne Brühl“ ist vielen Erfurtern beispielsweise durch Brühler Garten und Bergstrom bekannt, das „Neue Brühl“ zeigt die rasante Entwicklung des Stadtteils von 1990 bis heute auf; Kirche und Kloster sind seit jeher wichtige Konstanten in der Brühl-Geschichte.

Jede Thementafel besteht aus einem Einleitungstext, sechs Fotos und dazugehörigen Kurztexten, sodass sich Betrachter in Text und Bild über die Historie informieren können. Mit der Bereitstellung der Ausstellungsfläche im Technischen Rathaus ermöglicht die Stadtverwaltung Erfurt dem Verein, die Tafeln einem breiten Publikum zu präsentieren – und das an einem Ort, der als ehemaliger Sitz der Kombinatsleitung des Funkwerks eng mit der Geschichte des Brühls verknüpft ist.

Hintergrund

 

Das Quartier Erfurt-Brühl zählt zu den ältesten Stadtgebieten der Landeshauptstadt und verfügt über eine reichhaltige Geschichte. Seit dem Mittelalter Teil des städtischen Siedlungsgefüges durchlief das Gebiet vielfältige Wandlungen. Bis ins 17. Jahrhundert beheimatete es mit dem Mainzer Hof eines der administrativen Zentren Erfurts, ab dem 19. Jahrhundert wurde es mit dem Bau der vielgestaltigen Königlich-Preußischen Gewehrfabrik zu einem der industriellen Zentren der Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg prägten die Schreibmaschinenproduktion (ab 1949: Optima) und die Funkwerktechnik (später Kombinat Mikroelektronik) den Standort am Domberg. Seit 1992 erfolgte durch die LEG Thüringen, die Landeshauptstadt Erfurt und Partner eine umfassende Revitalisierung der brachgefallenen Flächen – heute präsentiert sich das Areal als lebendiges Quartier, in dem Menschen wohnen, arbeiten und Kultur genießen.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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