IHK-Präsident Bauhaus: Eskalationsspirale wird sich weiterdrehen; Mix an Herausforderungen hochexplosiv  

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hat sich auf ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch (27. April 2022) zum Ukraine-Krieg positioniert und Forderungen an die Politik abgeleitet. Die zentralen Herausforderungen für die IHK-Unternehmer sind vor allem der Umgang mit gestörten Lieferketten, explodierende Kosten und Unsicherheiten bei der Energieversorgung. Damit werde vor allem die Rentabilität vieler Firmen auf eine harte Probe gestellt.  
Die Unternehmen fordern Unterstützung von der Ampel-Regierung im Bund und der Thüringer Landesregierung. Neben der Entlastung staatlicher Steuerinstrumente, insbesondere im Kraftstoff- und Energiebereich, sind auch die umgehende Umsetzung des von der Bundesregierung angekündigten „Schutzschildes“ sowie die Unterstützung bei der Erschließung von Bezugsquellen von Vorprodukten und Rohstoffen im In- und Ausland notwendig. An das Land richtet die Vollversammlung die Forderung, sogenannte Preisgleitklauseln im eigenen und im kommunalen Wirkungskreis verbindlich zu regeln. Das betrifft vornehmlich Unternehmen, die öffentliche Aufträge erfüllen und aufgrund gestiegener Kosten nicht mehr in der Lage sind, die vertraglichen Preise einzuhalten.
Sowohl ein kurzfristiges Gasembargo als auch ein abrupter Gas-Lieferstopp aus Russland seien aus Sicht der Vollversammlung zu vermeiden. Stattdessen muss der Staat unbürokratische Rahmenbedingungen schaffen, damit die Eigenversorgung der Wirtschaft ermöglicht und ausgebaut werden kann. Auch die schnelle und unbürokratische Integration Geflüchteter aus der Ukraine in den hiesigen Arbeitsmarkt muss durch zusätzliche Sprachkursangebote und erweiterte Kinderbetreuungskapazitäten vorangetrieben werden.
„Die Eskalationsspirale zwischen Russland und der westlichen Welt wird sich während des Krieges in der Ukraine, wohl aber auch darüber hinaus, weiterdrehen. Für viele Unternehmen hat dies unabsehbare Folgen. Die Mischung aus fehlenden Vorprodukten, massiv gestörten Lieferketten, steigenden Kosten und Unsicherheiten bei der Versorgung ist hochexplosiv für die Wirtschaft. So richtig spüren werden wir das aber erst später. Insofern besteht großer politischer Handlungsdruck“, betont Dieter Bauhaus, Präsident der IHK Erfurt abschließend.
Quelle: IHK Erfurt

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