Das Umwelt- und Naturschutzamt und auch das Garten- und Friedhofsamt erreichen derzeit wöchentlich mehrere ängstliche oder besorgte Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern auf das Vorkommen von Eichenprozessionsspinnern. Meist handelt es sich dabei um ungefährliche Gespinstmotten.

Gespinste an Bäumen stammen meist von ungefährlichen Raupen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners verfügen über Brennhaare, die durch den Wind verdriften und insbesondere in den Gespinstnestern, wo sich mehrere Hundert Raupen versammeln können, sehr lange Zeit überdauern und eine Gefahr darstellen können. Die Brennhaare rufen starke und mitunter gefährliche allergische Reaktionen hervor.

„Bei den derzeitigen Funden handelt es sich jedoch nicht um Eichenprozessionsspinner, sondern die ungefährlichen Gespinstmotten“, beschwichtigt Jörg Lummitsch, Leiter des Umwelt- und Naturschutzamtes.

„Die Gespinste, die derzeit sehr häufig an Sträuchern oder niedrigen Bäumen vorkommen und diese manchmal fast komplett bedecken, sind für Menschen nicht weiter gefährlich und auch für die Pflanzen nur marginal beeinträchtigend. Es sieht nur ein wenig gewöhnungsbedürftig aus. Die Pflanzen erholen sich wieder und die haarlosen Raupen dienen vor allem Vögeln als Nahrung.“

Je nach Wirtspflanze handelt es sich um verschiedene Arten von Gespinstmotten. Die Raupen fressen an Gräsern, Blättern, Knospen oder Nadeln und verpuppen sich dann in den Gespinsten. Dabei können ganze Sträucher oder auch Bäume eingesponnen werden.

Mehr Vorsicht ist jedoch bei Goldafter-Raupen geboten, die in diesem Jahr vereinzelt im Stadtgebiet vorkommen – hier vor allem an freistehenden Laubbäumen an Dorfstraßen oder Radwegen im Umland. Goldafter-Raupen haben, wie der Eichenprozessionsspinner, Brennhaare, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Beide Arten sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, lassen sich jedoch auch anhand ihrer Gespinste unterscheiden: Während die Gespinste des Eichenprozessionsspinners immer am Stamm zu finden sind, hängen die des Goldafters an den Zweigspitzen.

Der ungewöhnliche Name Goldafter ergibt sich aus der Behaarung des erwachsenen Schmetterlinge, der seine Eier zum Schutz vor Fressfeinden mit goldgelben Haaren am Hinterleib bedeckt. Aus ihren Brennhaaren bauen die Raupen weiß-bräunliche Gespinste. Auch diese können, zum Teil über Jahre, Reaktionen der Haut oder Lunge hervorrufen. Beim Ausschneiden der Gespinste nach dem Laubfall sollten daher Handschuhe und eine FFP2-Maske getragen und der Kontakt mit den Augen vermieden werden.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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