Foto: Schäden an den Gebäuden/Stadtverwaltung Erfurt

 

Stadtspitze kündigt Maßnahmen an

In der Silvesternacht wurden drei historische Gebäude am Domplatz durch einen Dachstuhlbrand schwer beschädigt. 24 Bewohnerinnen und Bewohner haben ihr Zuhause verloren. Ihnen gilt das Mitgefühl aller. Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn zeigt sich betroffen: „Ich kann nur erahnen, wie schrecklich dieser Verlust für die Bewohner ist.“
Einen ausdrücklichen Dank richtet Horn an alle Einsatzkräfte vor Ort, insbesondere an die Feuerwehren aus Erfurt, Weimar und Suhl.

Schadensaufnahme läuft, Stadt diskutiert Maßnahmen

Zum aktuellen Stand

Nachdem die Feuerwehr am Samstag ihre Löscharbeiten am Domplatz beenden konnte, hat sie die Gebäude an die Polizei übergeben, die dann die Gebäude wieder in die Verantwortung der Eigentümer übergibt. Diese müssen dann ihrer Sicherungspflicht nachkommen. Statiker und Sachverständige sind beauftragt. Ihnen obliegen weitere Aussagen zum Zustand der Gebäude und den damit verbundenen Auswirkungen.

Die Auswertung bzw. Aufklärung des Brandes und seiner Folgen dauert derzeit noch an. Was aber bereits feststeht: Die Stadtverwaltung zieht Konsequenzen aus diesem tragischen Ereignis. „Unsere Aufgabe ist der Schutz der historischen Altstadt“, so Bürgermeisterin Heike Langguth.

Prüfung ordnungsrechtlicher Möglichkeiten

„Gemeinsam mit dem Land werden wir die bestehenden Feuerwerksverbotszonen prüfen und Gespräche über eine mögliche Erweiterung dieser Zonen suchen“, kündigt OB Horn an. Derzeit gilt: Nach § 23 (1) der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) ist das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen verboten. Das betrifft nahezu die komplette Altstadt.

Sollten sensible Bereiche nicht in diese Verordnung fallen, müssen in den nächsten Monaten Maßnahmen geprüft werden, um auch diese Bereiche auf Grundlage geltender Gesetze zu schützen. Hierzu wird die Stadt das Gespräch mit dem zuständigen Landesamt für Verbraucherschutz suchen.

Prüfung gemeinsamer Kontrollen des Stadtordnungsdienstes mit der Polizei

Zu dem Angebot von Thüringens Innenminister Georg Maier, polizeiliche Unterstützung beim Durchsetzen von Böllerverbotszonen zu erhalten, erklärt Oberbürgermeister Horn: „Wir werden den Einsatz von gemeinsamen Kontrollen zwischen Polizei und Stadtordnungsdienst in Absprache mit der örtlichen Polizei prüfen.“ Bürgermeisterin Heike Langguth ergänzt: „Nur gemeinsame Kontrollen zwischen Polizei und Stadtordnungsdienst sind zielführend.“

Aufklärungs- und Informationskampagne

Nicht zuletzt wird die ohnehin schon bestehende Kampagne „Erfurt leuchtet auch ohne Feuerwerk“ ausgeweitet. Horn: „Ich schlage vor, dass wir diese Kampagne gemeinsam mit der Polizei weiterentwickeln. Wir möchten weiterhin ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es an uns allen liegt, gemeinsam unsere wertvolle Altstadt zu schützen.“

Nachholbedarf sieht Horn auch bei der Kenntlichmachung feuerwerksfreier Gebiete.

Eins versichern sowohl Horn als auch Langguth: „Wir führen derzeit intensive Diskussionen und sind für alle Anregungen offen, um solche Brände in Zukunft zu verhindern.“

Die vergangenen Tage haben auch die große Hilfsbereitschaft der Erfurterinnen und Erfurter gezeigt. OB Horn begrüßt das große stadtgesellschaftliche Engagement ausdrücklich: „Wir sehen den enormen Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unserer Erfurterinnen und Erfurter. Das ist eben auch das, was unsere Stadt ausmacht und dafür bin ich sehr dankbar.“

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt