3d Pioneers Challenge – Kürung der Sieger, Credit Christian Seeling

Zürich-Erfurt, 440km in 20 min – mit Hyperloop-Geschwindigkeit nach Erfurt

 

Die 3D Pioneers Challenge kürte in einem fulminanten Finale die Gewinner des internationalen Design-Awards für Additive Manufacturing und Advanced Technologies. In Thüringen schwebte über der Rapid.Tech 3D der Messe Erfurt mit der Ausstellung der 3DPC 2022 drei Tage der Geist vom Silicon Valley.

Die Gewinner konnten nach zwei Jahren Online-Durchführung endlich wieder on-site in Erfurt prämiert werden. In diesem Jahr wurden Projekte aus 27 Ländern und fünf Kontinenten eingereicht, von denen 37 nun im Finale standen. Die Teilnehmer kamen aus aller Welt zur Preisverleihung nach Erfurt.

Den Hauptpreisträger stellte in diesem Jahr die Kategorie Mobility. Das Team um das Projekt „Bellow rail brake“ entwickelte mittels 3D Druck eine Bremse für das Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem Hyperloop und kommen damit der Vision der nachhaltigen Mobilität einen großen Schritt näher.

Den kategorieübergreifenden Nachhaltigkeitspreis hat WASP 3D aus Italien gewonnen. Hierbei wird das Material für den Großformatdruck eines Hauses vollständig aus lokalem Boden gewonnen. Es ist damit Co2-neutral und lässt sich sich an jedes Klima und jeden Kontext anpassen.

Die 3DPC-Ausstellung repräsentierte die aktuellen Entwicklungen in Advanced Technologies. Deutlicher Trend sind Materialentwicklungen und Technologieprozesse mit Fokus auf eine vielschichtige Nachhaltigkeit.

So zeigt beispielsweise das Gewinnerprojekt „GeoSlate“ wie mit Rückständen von industriellen Herstellungsprozessen umgegangen werden kann und reduziert somit den Abfall bei der traditionellen Schieferproduktion.

Im Bereich Design punktete das E-Boot „Tanaruz“, indem keine neuen Polymere herstellt werden, um die Boote zu drucken. Circular Economy bis zum Ende, wenn das Boot selbst wieder aufbereitet werden kann.

Andere Projekte verwenden Roboterarme. Diese haben den Vorteil im dreidimensionalen Raum zu drucken. So wird das Material immer im optimimalen, vektorbasierten Winkel aufgebracht. „Striatus“ der ETH Zürich- Block Research Group und Zaha Hadid Architects, oder bei „FormWork“ des MIT kann bei gleicher Tragkraft damit Beton reduziert werden.

Das mehrachsige, robotergestützte Bioprinting-Verfahren wiederrum ermöglicht es dem Gewinner in der Kategorie MedTech langfristig überlebensfähiges Herzgewebe zu drucken.

Sinnbildlich für das Leitthema des diesjährigen Wettbewerbs „Convergence“– dem Aufeinandertreffen von etablierten und disruptiven Technologien, steht der Gewinner der Kategorie Digital: PartBox- Click&Print. Das Team setzt mit ihrem Drucker direkt an der Fertigungsstraße an und kann auf Knopfdruck den neuen Robotergreifer für die Verpackungsindustrie streamen und produzieren.

Die Moderatorin Anja Lange führte am sehr gut besuchten Messestand durch die Preisverleihung. An ihrer Seite waren Simone und Christoph Völcker, Initiatoren der 3D Pioneers Challlenge,.

Mitglieder der 30-köpfigen, internationalen und hochkarätigen Jury gaben die Gewinner der einzelnen Kategorien bekannt. So erklärte Karsten Hauser, Siemens AG: „Ich freue mich sehr, Teil der diesjährigen Jury der 3D Pioneers Challenge zu sein und über die zahlreichen innovativen Einreichungen. Dies trägt dazu bei, unser Ökosystem zu stärken und eine verantwortungsvolle Zukunft zu gestalten!“

Es wurden die besten Projekte aus den Kategorien Mobility, MedTech, Design, Architecture, Material, FashionTech, Electronics, Digital sowie disziplinübergreifend Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Insgesamt wurden Preise mit einem Gesamtwert von über 150.000 Euro vergeben. Darunter Softwarelizenzen von NTopology sowie 3D Printer von Ultimaker, Formlabs und Makerbot. Das Preisgeld in Höhe von 35.000 Euro stellte dabei das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.

Der Hauptpreisträger in 2022 ist das Team „Bellow Rail Brake“ der ETH Zürich und inspire AG. Sie erhielten neben dem Preisgeld von 10.000 Euro und dem Formlabs Printer Form 3 die begehrte 3DPC Trophy. Urs Hofmann: „Wir freuen uns riesig, dass unser Entwurf die Jury der 3D Pioneers Challenge überzeugt hat. Der Entwurf zeigt das große Potenzial von AM für die Funktionsintegration im Mobilitätssektor.“ Die Gewinner:innen in den weitereren Kategorien erhielten ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro.

Die Studierenden der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Shuyun Liu und Stefanie Putsch von „Glasklar“, wurden mit dem „Best Student Award“ ausgezeichnet. Sie gewannen 1.000 Euro sowie den Makerbot Sketch 3D printer.

Das schweizer Projekt „Bellow Rail Brake“, „Geoslate“ aus den Niederlanden und „FLOWall“ aus Dänemark wurden für den Award „Special Mention by Autodesk Technology Centers“ ausgewählt.

Am Abend des 18. Mai wurden die Preisträger auf der Galaveranstaltung der Rapid.Tech 3D im kreativen Umfeld des InnovationsHub KONTOR durch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sowie Messegeschäftsführer Michael Kynast gewürdigt: „Die 3D Pioneers Challenge ist seit sieben Jahren fester Bestandteil unserer Rapid.Tech 3D und eine echte Bereicherung. Wir gratulieren allen Gewinner:innen und sind gespannt, welche Kooperationen die Finalisten im Rahmen der Fachmesse knüpfen können.“

Der Wettbewerb gilt als jährliches Highlight der Szene, welches auch als Trendradar für Industrie & Politik zählt. Die Gewinner sollen nun im Rahmen einer Roadshow-Ausstellung u.a. auch im Deutschen Bundestag vorgestellt werden.

 

Quelle: Messe Erfurt

 

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