Foto: Himmelblauer Zwergtaggecko/ Zoopark Erfurt, Thomas Breitkopf
Zoopark Erfurt baut Engagement im Artenschutz aus
Der Thüringer Zoopark Erfurt stärkt auch 2026 sein Engagement für den internationalen und regionalen Artenschutz. Möglich wird dies nicht nur durch den freiwilligen Artenschutz-Euro an der Kasse, sondern auch durch die rege Beteiligung der Zoogäste an den Spendentrichtern in den Tierhäusern. Beide Formen der Unterstützung fließen direkt in konkrete Artenschutzprojekte – ein sichtbarer Beitrag der Besucherinnen und Besucher zum Erhalt bedrohter Arten. Der Zoopark bedankt sich herzlich für dieses Engagement. 2025 sind so über 5.300 Euro zusammengekommen.
Moderne, wissenschaftlich geführte Zoos sind weit mehr als Erholungseinrichtungen. Sie stehen für Artenschutz, Forschung, Bildung und nachhaltige Entwicklung. Durch Umweltzerstörung, Raubbau an der Natur, Wilderei und Klimawandel sind weltweit unzählige Tier- und Pflanzenarten bedroht. Zoos übernehmen daher eine Rolle, die heute wichtiger ist denn je: Sie schützen Arten, unterstützen Forschung, beteiligen sich an Zuchtprogrammen für bedrohte Tiere und sensibilisieren Menschen für die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns.
Zootiere fungieren dabei als Botschafter ihrer Lebensräume. Sie vermitteln den Besucherinnen und Besuchern, warum Biodiversität für uns alle von Bedeutung ist und was auf dem Spiel steht, wenn Arten verloren gehen. Für diese Bildungsarbeit wurde der Thüringer Zoopark Erfurt erst kürzlich erneut ausgezeichnet: Thüringens Umweltminister Tilo Kummer übergab dem Zoopädagogik-Team das Siegel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Rahmen eines Netzwerktreffens im Deutschen Gartenbaumuseum. Damit ist der Zoopark offiziell als Lernort anerkannt, der nachhaltiges Denken und Handeln fördert.
Der freiwillige Artenschutz-Euro sowie die Spenden aus den Trichtern in den Tierhäusern sollen dieses Engagement weiter stärken. Gezahlt wird der Artenschutz-Euro derzeit freiwillig an der Kasse – perspektivisch soll er in den kommenden Jahren fest etabliert werden. Die so generierten Mittel fließen 2026 gezielt in drei Artenschutzprojekte:
1. Erfurter Gecko-Projekt (Tansania)
Das erste eigene Artenschutzprojekt des Zooparks wurde in Erfurt initiiert und wird inzwischen europaweit unterstützt. Ziel ist der Schutz des stark bedrohten Himmelblauen Zwergtaggeckos in Tansania. Neben der wissenschaftlichen Begleitung werden Maßnahmen zum Erhalt des natürlichen Lebensraums sowie Aufklärungsarbeit vor Ort unterstützt.
2. Schutz von Lebensräumen auf Madagaskar
Gemeinsam mit dem Verein „Chances for Nature e. V.“ engagiert sich der Zoopark für den Erhalt des Kirindy-Trockenwaldes und des Antimena-Mangrovengebietes – beides Hotspots der Artenvielfalt. Diese Lebensräume sind unter anderem Heimat der seltenen Fossas und vieler endemischer Tier- und Pflanzenarten.
3. Beteiligung an der Kampagne „Zootier des Jahres“
Ein weiteres Projekt wird über die bundesweite Kampagne „Zootier des Jahres“ unterstützt. Das Fokustier für 2026 ist der Kronenkranich. Im Zoopark lebt ein Paar.
Ziel der Kampagne ist es, auf bedrohte Arten aufmerksam zu machen und konkrete Schutzmaßnahmen zu fördern. Derzeit entsteht zu den Kronenkranichen eine neue Ausstellung im Zoopark, die in Kürze für die Zoogäste zugänglich sein wird.
Artenschutz findet im Thüringer Zoopark Erfurt jedoch nicht nur in fernen Ländern statt, sondern auch direkt vor Ort: Der Erfurter Bauernhof ist ein anerkannter Archehof, auf dem bedrohte Haus- und Nutztierrassen aus Deutschland und Thüringen erhalten werden. Darüber hinaus gehört zum Zoopark ein geschützter Landschaftsbestandteil (GLB) – ein über 14 Hektar großer Trockenrasen, der durch Beweidung offengehalten und vor Verbuschung bewahrt wird. Auch heimische Tierarten profitieren: Der Verein Thüringer Ornithologen e. V. kartiert regelmäßig den Bestand von Waldohren- und Schleiereulen auf dem Zoogelände. Zusätzlich betreut die Jugendgruppe des NABU (NAJU) die zahlreichen Nistkästen im Zoopark und dokumentiert deren Nutzung.
Quelle: Thüringer Zoopark Erfurt