Foto: Landeshauptstadt Erfurt/Archiv ich liebe Erfurt

 

Am kommenden Dienstag, dem 14. Juni 2022, um 18 Uhr, findet die Auszeichnungsveranstaltung für das neu geschaffene Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe Thüringen im Haus Dacheröden in Erfurt statt. Dabei werden elf Kulturformen prämiert.

Die Thüringer Kulturstaatssekretärin Tina Beer, die die Urkunden an die Trägergruppen der Kulturformen verleiht und ein Grußwort sprechen wird, betont vorab: „Unser kulturelles Erbe hat viele Facetten. Das immaterielle Kulturerbe ist gerade für den sozialen Zusammenhalt von immenser Bedeutung. Lokale Bräuche und Feste, traditionelle Handwerkstechniken und regionale Musik- und Tanzformen wirken identitäts- und gemeinschaftsstiftend. Sie bringen Menschen unterschiedlicher Prägung zusammen, binden sie an ihre Region und verbinden eine Gemeinschaft. Gleichzeitig sind sie natürlich auch Werbung für unseren Freistaat und ziehen Touristinnen und Touristen an. So reisen Menschen nicht nur nach Thüringen, um die Wartburg oder die Stätten Goethes und Schillers in Weimar zu besichtigen, sondern auch, um den Frühlingsbrauch des Eisenacher Sommergewinns oder die Herstellung von Lauschaer Christbaumschmuck zu erleben.“

Das neu geschaffene Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe Thüringen bildet regional bedeutende Kulturformen ab und macht so die kulturelle Vielfalt Thüringens sichtbar. Neben „Brehms Welt“ und „Fröbels Kindergartenidee“ wurden aus der aktuellen Ausschreibungsrunde im Frühjahr dieses Jahres fünf weitere Kulturformen auf Empfehlung der Jury in das neue Landesverzeichnis aufgenommen. Zudem sind die vier kulturellen Traditionen aus Thüringen verzeichnet, die bereits im Bundesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe eingetragen sind. In das Bundesverzeichnis aufgenommene Kulturgüter gehen automatisch auch in das Thüringer Landesverzeichnis über. Damit beinhaltet das Landesverzeichnis elf Kulturformen, die auf der Webseite der Thüringer Staatskanzlei zum Immateriellen Kulturerbe https://www.staatskanzlei-thueringen.de/arbeitsfelder/kultur/immaterielles-kulturerbe abrufbar sind.

Auf Bundesebene bewertet derzeit ein unabhängiges Expertengremium bei der Deutschen UNESCO-Kommission die Vorschläge der Bundesländer. Basierend auf dessen Empfehlungen entscheiden die Kulturministerkonferenz und die Kulturstaatsministerin Claudia Roth schließlich, welche Anträge in das Bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe aufgenommen werden. Mit einer Entscheidung ist Anfang 2023 zu rechnen.

Die Einträge im Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe Thüringen sind:

  • Brehms Welt – Tiere und Menschen;
  • Der weihnachtliche Fackelbrand zu Schweina;
  • Eisenacher Sommergewinn (im Bundesweiten Verzeichnis IKE seit 2016);
  • Brunnenkresse;
  • Gartenzwerge aus Gräfenroda;
  • Heiligenstädter Palmsonntagsprozession (im Bundesweiten Verzeichnis IKE seit  2016);
  • Kindergartenidee nach Friedrich Fröbel;
  • Lauschaer Christbaumschmuck (im Bundesweiten Verzeichnis IKE seit 2021);
  • Skatspiel aus Altenburg (im Bundesweiten Verzeichnis IKE seit 2016);
  • Taubenmarkt in Dermbach;
  • Thüringer Bratwurstkultur.

 

Quelle: Thüringer Staatskanzlei

 

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