IHK-Blitzumfrage: Vier von fünf Unternehmen betroffen

Der Ukrainekrieg hat spürbare Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Insgesamt sind 78 Prozent direkt oder indirekt vom Krieg oder von den verhängten Sanktionen betroffen. Das geht aus den Antworten einer Blitzumfrage der IHK-Organisation unter 3.700 Unternehmen hervor, an der sich auch 114 Betriebe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beteiligt haben.
„Für den Großteil der Unternehmen stellen stark gestiegene Energiepreise und höhere Kosten für Rohstoffe und Vorleistungen eine enorme Belastung dar“, erläutert Mark Bremer, Teamleiter International bei der Industrie- und Handelskammer Erfurt.
Der Erhebung zufolge sehen sich 78 Prozent der Betriebe vom Krieg und seinen Auswirkungen geschäftlich betroffen. Im Detail berichten 60 Prozent von steigenden Preisen oder gestörten Lieferketten, 18 Prozent nennen direkte Folgen – etwa den Verlust von Kunden oder Lieferanten. Über 66 Prozent sehen eine Weitergabe der Preissteigerungen an den Kunden als einzige Möglichkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben. „Die Preisspirale wird sich weiterdrehen und auf kurz oder lang alle Branchen erreichen“, so Bremer.
Die nach wie vor bestehenden Verzögerungen und Probleme in den globalen Lieferketten als Folge der Coronavirus-Pandemie werden dadurch noch einmal verschärft und sind nach wie vor ein ernstzunehmendes Problem. „Das sorgt bei den betroffenen Firmen für eine anhaltende Verunsicherung. Die massiven Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine kommen für die Unternehmen aktuell noch on top“, berichtet Bremer. Besonders alarmierend seien die Ergebnisse aus der Industrie: Drei Viertel der Industriebetriebe leiden unter Störungen in der Lieferkette und Logistik, fast 90 Prozent unter fehlenden Rohstoffen und Vorleistungen. Während nur 9 Prozent sich gar nicht betroffen sehen, spürt rund ein Drittel der Betriebe direkte Folgen von Krieg, Sanktionen und Gegensanktionen – fast doppelt so viel wie in der Gesamtwirtschaft. Es ist zu befürchten, dass sich die wirtschaftliche Erholung als direkte Folge der Entwicklungen weiter verzögern wird. Die Investitionstätigkeit der Unternehmen leidet infolge der geopolitischen Verunsicherungen und der voraussichtlich geringer ausfallenden Unternehmenserträge ebenfalls.
Um betroffene Unternehmen zu unterstützen, stellt die IHK ein fortlaufend aktualisiertes Informationsangebot im Internet zur Verfügung:www.erfurt.ihk.de/russland-ukraine-konflikt
Quelle: IHK Erfurt

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