Foto: Mähnenibisse/Thüringer Zoopark Erfurt

Neue Vergesellschaftung im Zoopark Erfurt

 

Zwei seltene Vögel flattern bald im Außengehege der Kronenmakis umher: die beiden jungen Mähnenibisse, die wie ihre Affen-Mitbewohner auf Madagaskar vorkommen, werden für frischen Wind im Lemurenwald sorgen. Eine Vergesellschaftung von Arten aus dem gleichen Lebensraum soll eine naturnahe Haltung ermöglichen – davon profitieren natürlich auch die Zoobesucher.
Mähnenibisse kommen in nur fünf weiteren deutschen Zoos vor: „Es gibt im Allgemeinen nicht viele von ihnen, denn sie werden in ihrem Herkunftsland gejagt und von der Bevölkerung gegessen. Unser Geschwisterpaar ist eine freundliche Leihgabe vom Zoo Krefeld. Leihgaben sind in der Zoowelt bei seltenen Tieren üblich. Irgendwann soll ein Vogel aber gegen einen blutsfremden ausgetauscht werden, um hier ein Zuchtpaar zu halten“, erläutert Dr. Kay Schwecht, Tierarzt sowie Vogel- und Affen-Kurator im Zoopark.

Die Artenvielfalt im Zoopark soll weiterhin wachsen

 

Zur Eingewöhnung leben die Vögel noch hinter den Kulissen. Ziel ist es, sobald die Neuzugänge sich eingelebt haben, sie mit den Kronenmakis in derselben Außenanlage zu präsentieren. „Wenn die Vergesellschaftung gut klappt, dann können wir uns auch noch vorstellen, eine weitere Tierart im Gehege unterzubringen. Platz ist ausreichend vorhanden und wir haben erst kürzlich das Außengehege durch ein großes Klettergerüst aufgewertet“, verrät Dr. Schwecht. Die Artenvielfalt im Zoopark soll weiterhin wachsen, deshalb ist zudem die Anschaffung weiterer Vogel- und Affenarten geplant.
Der Mähnenibis, auch Schopfibis genannt, gehört auf Madagaskar zu den größten bodenlebenden Vögeln der Insel. Sein Name ist Programm: bei Erregung stellt er seinen Schopf, ähnlich einer Irokesenfrisur, auf. Mit seinem langen, gebogenen Schnabel stochert er im Waldboden nach Insektenlarven, Würmern, Spinnen und Schnecken. Sein cica 70 cm großes Nest baut er auf den untersten Ästen von Bäumen. Wie bei vielen Vogelarten im Vogelreich, brüten Weibchen und Männchen die zwei bis drei Eier gemeinsam aus und kümmern sich dann auch beide um die Aufzucht ihrer Küken.

 

Quelle: Thüringer Zoopark Erfurt

 

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