Foto: amh-online.de/Die Energiekosten sind in allen Gewerkegruppen im Nord- und Mittelthüringer Handwerk gestiegen. Besonders betroffen zeigen sich die Betriebe des gewerblichen Bedarfs, wie zum Beispiel die Schilder- und Lichtre-klamehersteller.

 

Handwerkskammer Erfurt stellt die Ergebnisse des Energieberichts vor

Die Energiekosten aller Gewerkegruppen im Nord- und Mittelthüringer Handwerk sind gestiegen, doch bei Maßnahmen zur Energieeffizienz werden die Betriebe häufig ausgebremst. Das geht aus dem Energiebericht hervor, den die Handwerkskammer Erfurt Mitte des Monats vorgestellt hat. „Die Lage bleibt angespannt. Um die Betriebe zu entlasten, sollten die vorhandenen Förderinstrumente wirtschaftlich umsetzbar sein. Die Beantragung von Fördermitteln darf kein Papiertiger sein, sondern muss möglichst niederschwellig angelegt sein“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein.

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat er gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Thomas Malcherek die aktuellen Ergebnisse einer im Frühjahr 2022 durchgeführten Sonderbefragung zum Thema „Energie“ vorgelegt. Daran hatten sich Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Mittel- und Nordthüringen, der die Landkreise Eichsfeld, Nordhausen, Kyffhäuserkreis, Unstrut-Hainich-Kreis, Sömmerda, Weimarer Land, Ilm-Kreis und Gotha sowie die kreisfreien Städte Erfurt und Weimar umfasst, beteiligt.

Laut Energiebericht ist der Anteil der Energiekosten am Betriebsumsatz in den vergangenen Jahren um durchschnittlich fünf Prozent gestiegen. Die mit 7,5 Prozent höchste Steigerung müssen derzeit Betriebe des gewerblichen Bedarfs verkraften. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Elektromaschinenbauer, Feinwerkmechaniker, Gebäudereiniger, Informationstechniker, Kälteanlagenbauer, Landmaschinenbauer, Metallbauer sowie Schilder- und Lichtreklamehersteller.

Verschiedene Maßnahmen

Um die Energiekosten zu senken, geben 60 Prozent aller befragten Betriebe an, bereits Maßnahmen durchgeführt zu haben bzw. diese für die nächsten fünf Jahre zu planen. Ausschlaggebend für die Durchführung ist vor allem der wirtschaftliche Druck, wenngleich die Hälfte der Betriebe in den Maßnahmen auch einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutzgründe sieht.

Aktuell haben 45 Prozent der Betriebe in energieeffizientere Anlagen und Maschinen investiert. 38 Prozent haben die Logistik, den Materialfluss und die Arbeitsabläufe verbessert. Und 31 Prozent konnten ihre Betriebsgebäude energetisch sanieren. In den nächsten fünf Jahren haben derweil andere Maßnahmen Priorität, darunter die Eigenerzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen (26 Prozent), die Anschaffung von Anlagen zur Speicherung von Energie (23 Prozent) und die Anschaffung von Elektro- und Wasserstofffahrzeugen (19 Prozent).

Neue Anreize setzen

Bei der Umsetzung werden die Betriebe häufig vor große Herausforderungen gestellt. Dazu zählen die wechselnden rechtlichen Vorgaben, die fast die Hälfte der Betriebe (48,7 Prozent) kritisieren. Weitere große Hürden sind die unübersichtliche Förderlandschaft (45 Prozent) und langwierige Antrags- und Abrechnungsverfahren (37,4 Prozent). „Wir fordern die Landes- und Bundespolitik auf, Anreize zu setzen und den Betrieben Spielraum im Bereich Energieeinsparungsinvestitionen zu geben. Dazu gehören die passenden Förderinstrumente im höheren Umfang und die Aufstockung der fachgerechten Beratung“, sagte Stefan Lobenstein.

Die Berater für Innovation und Digitalisierung der Handwerkskammer Erfurt stehen für Fragen, unter anderem zu Beratertagen in den Kreishandwerkerschaften, zur Verfügung. Darüber hinaus engagiert sich die Interessensvertretung als Transferpartner der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE), die ein kostenloses digitales Energiebuch auf den Weg gebracht hat. Das E-Tool ist ein anwenderfreundliches Werkzeug, das helfen soll, die Energiekosten im Unternehmen zu kontrollieren und Vergleiche in den Gewerkegruppen zu erzielen.

 

Quelle: Handwerkskammer Erfurt

 

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