„Die Kirchengemeinden der EKM verwahren vielfältige historische Schätze, die es für die Nachwelt zu bewahren gilt: Kunst- und Archivgut, aber auch wertvolle Drucke und Handschriften, die zum Teil sogar aus vorreformatorischer Zeit stammen. Dafür ist auch ein zunehmendes wissenschaftliches Forschungsinteresse feststellbar. Manch wertvoller Bestand an Schriften und Büchern harrt noch der Entdeckung, Erschließung und Sicherung“, sagt Christina Neuß, Leiterin des Landeskirchlichen Archivs der EKM und Mitglied der Koordinierungsstelle für das Bibliotheksprojekt. „Die Landeskirche will die historischen Buchbestände fachgerecht erschließen und zugänglich machen. Die kirchlichen Eigentümer werden in die Pflege und Bewahrung des bedeutenden historischen Erbes einbezogen“, informiert sie.

Im Vorfeld hatte die landeskirchliche Arbeitsgruppe „Historische Handschriften- und Buchbestände in der EKM“ konzeptionelle Ideen dafür entwickelt. Ein Impuls aus der Gruppe war das Einrichten eines Beirates, der das auf zehn Jahre angelegte Sicherungsprojekt von Anfang an berät und wissenschaftlich begleitet. Dabei sind neben den großen Bibliotheken auch die vielen kleinen Bestände in Kirchengemeinden und -kreisen im Blick. „Sie sind größtenteils unbekannt und teilweise gefährdet, da in heiklen Aufbewahrungssituationen untergebracht. Dieses schriftliche Kulturgut zu erhalten und der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung zu stellen, wird zu den wichtigen Aufgaben des Beirates gehören“, erklärt Christina Neuß.

Die Koordinierungsstelle für das Bibliotheksprojekt ist angebunden am Landeskirchlichen Archiv der EKM. Über die Katalogisierung hinaus beraten die Mitarbeitenden die kirchlichen Träger zu Fragen der Konservierung, der praktischen Verwaltung der Bestände und der Öffentlichkeitsarbeit. Auch die beiden großen historischen Bibliotheken in der EKM, die Marienbibliothek Halle und die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums Erfurt, werden organisatorisch in das Projekt eingebunden.

Alle kirchlichen Eigentümer wie Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbände, kirchliche Stiftungen und Kirchenkreise werden aufgerufen, die Aufnahme ihres Bestandes in das Projekt formlos bei der Koordinierungsstelle zu beantragen. Parallel dazu nimmt die Koordinierungsstelle von sich aus dorthin Kontakt auf, wo sich nach Aktenlage ein nennenswerter Buchbestand befindet. Die Kirchenkreise können stellvertretend Buchbestände in ihrem Zuständigkeitsbereich melden.

Die Koordinierungsstelle entscheidet über die Reihenfolge der Bearbeitung und vermittelt geeignetes Personal für die Katalogisierung oder stellt dieses selbst zur Verfügung. Wo eine Bearbeitung vor Ort nicht möglich ist, sollen die Eigentümer ihre Bestände zur Bearbeitung an eine der zentralen landeskirchlichen Stellen (Eisenach, Erfurt, Halle, Magdeburg) bringen. Nach der Katalogisierung werden die Bestände sachgerecht gelagert und im Regelfall der öffentlichen Nutzung zur Verfügung gestellt. Ist eine sichere Lagerung und öffentliche Nutzung vor Ort nicht möglich, wird eine Deponierung im Landeskirchenarchiv oder in einem Kirchenkreisarchiv empfohlen.

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