PM 020 | 21.02.2022

Gebet für diplomatische Lösung der Krise um die Ukraine

Das Evangelische Augustinerkloster zu Erfurt lädt am 25. Februar (18 Uhr) zu einer Gedenkandacht für die Opfer eines Bombenangriffs im Jahr 1945 ein. Die Andacht findet im „Ort der Stille“ (Foto) im „Haus der Versöhnung“ statt – hier befand sich der Keller der ehemaligen Klosterbibliothek, in dem die Todesopfer Schutz gesucht hatten. Am 25. Februar vor 77 Jahren waren 267 Menschen ums Leben gekommen. An dem Gedenktag wird auch der heutigen Opfer von Krieg und Gewalt gedacht sowie für Frieden und Versöhnung gebetet.

Diakon Wolfgang Musigmann, der die Andacht hält, will die drohende Kriegsgefahr in Europa einbeziehen. Mit „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ zitiert er ein Statement der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen von 1948. „Wir beten für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben der Menschen und Völker in Europa und der Welt sowie für eine diplomatische Lösung der Krise um die Ukraine“, kündigt Musigmann an. Er gehört zu den Unterzeichnern eines Offenen Briefes der Offenen Arbeit Erfurt, in dem Bundeskanzler Olaf Scholz und Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), aufgefordert werden, sich für eine friedliche, nichtmilitärische und gewaltfreie Lösung des Konfliktes in der Ukraine einzusetzen. Die Bundesregierung dürfe keine Waffen an die Ukraine liefern und Gewalt müsse überwunden werden, heißt es. Die Unterzeichner sehen eine „den Weltfrieden gefährdende Krise“ und fordern eine Absage an „den Geist, die Logik und die Praxis der Abschreckung“.

Der 25. Februar 1945 gilt als der schwärzeste Tag des Augustinerklosters – damals hatten englische Bomber zwei Luftminen auf das Kloster geworfen. Im Keller der Klosterbibliothek hatten 268 Menschen zwischen 3 Monaten und 83 Jahren Schutz gesucht. Die Wucht der Detonation war so groß, dass das Gebäude zusammenbrach. Nur ein Mädchen und ein Hund konnten gerettet werden.

Quelle: EKMD|Pressestelle Thüringen

 

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