Zum Tag des Offenen Denkmals am 10. September 2023 beteiligt sich der Erinnerungsort Topf & Söhne mit einem Film und Führungen.

Einblicke zum Tag des offenen Denkmals

Von 10 bis 17 Uhr, jeweils zur vollen und halben Stunde, wird der Dokumentarfilm zu J. A. Topf & Söhne „Stets gern für Sie beschäftigt, …” gezeigt. Um 15 Uhr findet eine Führung durch die Sonderausstellung „Miriams Tagebuch“, um 16 Uhr wird eine Führung zum historischen Unternehmensstandort als Kulturdenkmal angeboten.

Der Film erzählt die Geschichte des Familienunternehmens J. A. Topf & Söhne, die in Erfurt im 19. Jahrhundert begann und bis in die Krematorien von Auschwitz führte. Die Bilder von den ehemaligen Arbeitsplätzen der Geschäftsführer und Ingenieure in den über 100 Jahre alten, verlassenen Betriebsgebäuden sind Momentaufnahmen aus einer Zeit, bevor aus dem verwahrlosten Verwaltungsgebäude der Erinnerungsort Topf & Söhne wurde. Der Film dauert 30 Minuten.

In der Führung durch die Sonderausstellung „Miriams Tagebuch – Die Geschichte der Familie Feiner“ sind die Aufzeichnungen der Erfurter Schülerin Marion Feiner ein außergewöhnliches Zeugnis der Shoah und des Aufbruchs in ein neues Leben in Palästina. Das Tagebuch steht im Zentrum der berührenden Sonderausstellung über eine Familie, deren Schicksal exemplarisch für die jüdische Bevölkerung Erfurts im Nationalsozialismus ist. Die Führung dauert ca. 45 Minuten.

Der historische Unternehmensstandort am Sorbenweg in Erfurt wird in der Führung um 16 Uhr als Kulturdenkmal vorgestellt. Vor 20 Jahren wurde das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma J. A. Topf & Söhne vom Thüringischen Landesamt für Denkmalschutz als Kulturdenkmal ausgewiesen, um dort die Rolle des Unternehmens im Nationalsozialismus darzustellen und zu vermitteln. Der ehemalige Firmensitz von J. A. Topf & Söhne ist ein historischer Ort der Mittäterschaft der Industrie am Holocaust. Das Unternehmen stellte der SS leistungsstarke Öfen für die Beseitigung der Leichen in den Konzentrationslagern zur Verfügung und zögerte nicht, technische Lösungen zur „Optimierung“ des Mordens im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu liefern.

Die Führung umfasst Teile des Außengeländes und die Dauerausstellung „Techniker der ,Endlösung‘“ im ehemaligen Verwaltungsgebäude. Thematisiert werden zudem die Kontroverse um die Errichtung des Lern- und Begegnungsortes auf dem ehemaligen Firmengelände, das „Besetzte Haus“ und die Gestaltung des Erinnerungsortes. Die Führung dauert ca. zwei Stunden.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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