Am 5. Mai 2022 findet der 30. Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt. Dieser Aktionstag wurde 1992 von den Interessenvertretungen Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) ins Leben gerufen und soll die Situation von Menschen mit Behinderungen in den Blick der Öffentlichkeit bringen sowie für die Belange behinderter Menschen sensibilisieren. In diesem Jahr lautet das Motto des Protesttages „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel!“.

Aktionen auf dem Erfurter Anger geplant

Rund um den Europäischen Protesttag finden zahlreiche Aktionen von Vereinen und Verbänden statt. So präsentieren sich am 5. Mai auf dem Erfurter Anger der Verein Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) und der Blinden- und Sehbehindertenverbandes mit Informations- und Aktionsangeboten. Der Stadtteiltreff Berolina lädt zum Austausch ein und die Liga Selbstvertretung Thüringen führt ab 15 Uhr eine Online-Podiumsdiskussion zur schulischen Inklusion durch. Unter dem Titel „Ich will lernen und nicht Puzzle legen“ kommen Betroffene mit Vertretern aus der Politik in den Austausch. Mit dabei sind kompetente Ansprechpartner. Auch die kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Frau Carola Hettstedt, wird an den Aktionsplätzen oder im Podium anzutreffen sein.

Barrierefreiheit ist eine grundlegende Voraussetzung für die uneingeschränkte Teilhabe aller am gesellschaftlichen und sozialen Leben und fördert so das Ziel der inklusiven Gesellschaft. Menschen mit Behinderungen treffen immer noch viel zu oft auf Barrieren – und dies sind nicht nur bauliche Hindernisse.

Diese können oft unkompliziert abgebaut werden, wie ein aktuelles Beispiel aus dem Erfurter Norden zeigt. An der Warschauer Straße/Ecke Berliner Straße war ein hoher und maroder Bord lange Zeit für viele mobilitätseingeschränkte Anwohner sowie für Schüler des Förderzentrums „Schule am Andreasried“ ein fast unüberwindbares Hindernis. Dies stellte auch die Anwohnerin Martina B. fest. Sie sprach ein Mitglied des Beirates für Menschen mit Behinderungen darauf an und der Stein kam ins Rollen. Über die kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderungen wurde das Tiefbau- und Verkehrsamt informiert und die hier zuständigen Mitarbeiter realisierten zeitnah die Bordabsenkung. Bereits während der Baumaßnahmen sprachen die Betroffenen den Bauarbeitern ihren Dank aus. Mittlerweile können Rollstuhlfahrer oder Rollatoren-Nutzer bequem und sicher die Straßenseiten wechseln.

Neben diesem gibt es noch viele weitere Beispiele die zeigen, dass Anregungen von Betroffenen, an der richten Adresse angebracht, Barrieren und Hindernisse in der Landeshauptstadt überwinden können. Ob es ein Behindertenparkplatz vor einem Ärztehaus ist, der barrierefreie Zugang zu einem Park oder das Erstellen von Informationen in Leichter Sprache – die kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderungen sowie der Beirat für Menschen mit Behinderungen und seine AG barrierefreies Erfurt setzen sich dafür ein, dass Inklusion und Barrierefreiheit in Erfurt Tempo aufnehmen.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

Teile dieses Stück Erfurt