Jährlich vergibt die Thüringer Staatskanzlei für besonders vorbildliche Denkmalprojekte den Thüringischen Denkmalschutzpreis. Ausgezeichnet wurden am gestrigen 6. Juli mit der „Gemeinschft HeizCraftWerk Erfurt GbR“ und der „Epinay Immobilien GbR“ gleich zwei Erfurter Bauherren und deren Projekte.

Auszeichnung für Sanierung des Erfurter Heizwerkes

Der Bauherrengemeinschaft „HeizCraftWerk Erfurt GbR“ ist die erfolgreiche Sanierung und Wiedernutzbarmachung des Heizkraftwerkes im Erfurter Brühl zu verdanken. Das 1914 erbaute „Herzstück“ der ehemaligen königlich-preußischen Gewehrfabrik im Brühl hatte in den Wende- und Vereinigungsjahren seine Funktion verloren und war, wie die meisten dortigen Industriebauten, zum Abbruch vorgesehen. „Es ist eine Hauptaufgabe der Denkmalbehörden, historische Objekte unserer baulichen räumlichen Umgebung für die Unterschutzstellung auszuwählen und dann auch im Zweifel gegen eine tagesaktuelle Kontra-Stimmung zu verteidigen“, sagt Dr. Mark Escherich, der Leiter der Denkmalbehörde der Stadt Erfurt, der sich rückblickend über die Weitsicht seiner Amtsvorgänger und -vorgängerinnen freut. Mitte der 1990er Jahre war das Heizwerk durch das Landesdenkmalamt in die Denkmalliste eingetragen worden.

Nach fast 30-jährigem Leerstand und eher temporären Nutzungen entstand nun – nachdem die LEG Thüringen eine Rohbausanierung durchführte – ganz Neues im respektvollen Nebeneinander zum Bestehenden. Das schroffe Industriedenkmal blieb bei der vom Architekturbüro HKS Hestermann & Partner verantworteten Sanierung und Wiedernutzbarmachung weitgehend erhalten und wurde nur um das Nötigste ergänzt. Die „Radikalität der Verwendung des puren, unverfälschten historischen Materials“ und die Einbeziehung der historischen Elemente charakterisiert das Gestaltungskonzept der Architekten. Die Ressource Bestand steht im Mittelpunkt. Die Neunutzung des Gebäudebestandes und des Raumpotentials des Heizwerkes konnte durch einen lebendigen Mix aus Kultur- und Veranstaltungsflächen, Gastronomie und moderner Arbeitswelten erreicht werden und gelingen. „Schlussendlich entstand insgesamt eine herausragende Gesamtqualität des Projektes, die ganz wesentlich von der anspruchsvollen denkmalpflegerischen Arbeitsweise der Bauherren und Architekten getragen wird“, heißt es in der Vorschlagsbegründung der Denkmalbehörde der Stadt Erfurt, die das Projekt für den Preis vorgeschlagen hatte.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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