Die mexikanische Schmuckkünstlerin Sarah Ordóñez (Mexiko) ist die neue Erfurter Stadtgoldschmiedin und wird für drei Monate in der Landeshauptstadt leben und arbeiten. Am 02.05.22 bekam sie offiziell den Schlüssel für die Künstlerwerkstätten von Dr. Tobias Knoblich überreicht. „Wir freuen uns sehr auf die Arbeiten und das Miteinander mit Sarah Ordóñez“, sagte Erfurts Beigeordneter für Kultur und Stadtentwicklung bei der Vorstellung.

Aus scheinbar wertlosen Dingen Wertvolles gestalten

„Schön, dass Künstler mit anderen Einflüssen und Schaffensweisen zu uns kommen. Das spricht für Erfurt als Stadt der Kunst.“ Die Schmuckkünstlerin selbst betonte, dass sie sehr glücklich über diese Chance und die Möglichkeit des Austausches sei. Schmuckgestaltung sei deshalb eine so besondere Kunstform für sie, weil sie lebendig wirke; weil Schmuck auf dem Körper getragen wird und sich durch die Interaktion mit dem Körper ständig neu erfindet. Ihr selbst ist es außerdem wichtig, Dinge zu benutzen, die wertlos erscheinen, bis man ihnen durch die Verarbeitung zu Schmuck einen Wert gibt.

 

Ein Mann überreicht einer Frau einen Schlüssel

Foto: Schlüsselübergabe an neue Stadtgoldschmiedin durch Dr. Tobias J. Knoblich Foto: © Stadtverwaltung Erfurt/Dirk Urban

Jury-Entscheidung für Sarah Ordóñez

14 Schmuckkünstlerinnen und Schmuckkünstler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Norwegen, Spanien, Taiwan, Japan und Mexiko hatten sich um das mit 4.000 Euro dotierte Amt des Erfurter Stadtgoldschmieds beworben. Dabei reichte das Spektrum der qualitativ hochwertigen Einreichungen von traditionellen Ansätzen bis hin zu experimentellen Auffassungen von Schmuck. Alle Bewerberinnen und Bewerber verwiesen auf eine künstlerische Anerkennung weit über ihre Heimatländer hinaus in internationale Fachkreise hinein.

Im Dezember 2021 tagte die Jury, bestehend aus dem Beigeordneten für Kultur und Stadtentwicklung, Dr. Tobias J. Knoblich, der amtierenden Kulturdirektorin Imke Beyers, vier Fachjurorinnen und -juroren sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen. Die Jury entschied sich für die Schmuckkünstlerin Sarah Ordóñez aus Mexiko.

Über die Künstlerin

Die Künstlerin überzeugte durch die Vielfältigkeit ihrer Arbeit, in der sie auch gesellschaftsrelevante Fragen thematisiert, sowie ihre handwerkliche und künstlerische Qualität. Sarah Ordóñez ist eine junge Schmuckkünstlerin, deren Schmuck sich an traditionelle Gegenstände und Formen anlehnt, diese jedoch in eine zeitgemäße Sprache übersetzt. Ihr Schmuck ist geprägt vom experimentellen Umgang mit verschiedensten Materialien, von Expressivität und von ihrem Anliegen, mit dem Medium Schmuck Werte und Positionen zu diskutieren.

Sarah Ordóñez absolvierte ihre Ausbildung an der renommierten Alchimia in Florenz. „Spannend an Frau Ordóñez‘ Arbeiten ist, dass man neben dem handwerklichen Können darin auch ihre Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten und sozialkritischen Fragenstellungen sehen kann. Machismus, Ausgrenzung und Zugehörigkeit sind beispielsweise Themen, die sie in ihrem Schmuck verhandelt. Wir freuen uns sehr, dass diese international arbeitende Künstlerin Erfurt mit ihren Impulsen bereichert und sind gespannt auf die Arbeiten, die entstehen werden“, sagte Kulturdezernent Dr. Tobias J. Knoblich nach der Juryentscheidung.

Austausch mit Erfurter Bürgern

Seit 28. April weilt Sarah Ordóñez in Erfurt. Die ersten Tage des Kennenlernens sind schon vergangen. Am heutigen 2. Mai hat sie offiziell ihr Amt angetreten und wird bis zum 31. Juli in den städtischen Künstlerwerkstätten an ihrem Arbeitsplatz oder in der Stadt zu sehen und zu erleben sein. Gern möchte sie mit regionalen Schmuckkünstlerinnen und Schmuckkünstlern als auch den Bürgerinnen und Bürgern in den Austausch treten.

Im digitalen Tagebuch unter www.erfurt.de/ef140073 können ihre Aktivitäten verfolgt werden. Es wird einen Tag des offenen Ateliers geben, welcher rechtzeitig bekannt gegeben wird. Am Ende ihres Aufenthaltes präsentiert sie ihre Arbeiten in einer Ausstellung im Angermuseum Erfurt. Die Eröffnung findet dort am 30. Juli um 16 Uhr im Foyer statt.

Hintergrund

Aufbauend auf den Traditionen des Goldschmiedehandwerkes und der künstlerischen Schmuckgestaltung in Erfurt (Erfurter Schmucksymposium seit 1984) soll der internationale Ruf der Stadt als ein wichtiger Ort des künstlerischen Schmuckschaffens hervorgehoben werden und der Stadt sowie der Region in diesem Bereich neue Impulse geben. Aus diesem Grund schreibt die Stadt Erfurt seit 1994 alle drei Jahre das symbolische Amt des Erfurter Stadtgoldschmiedes aus. Erfurt gehört damit zu den drei Städten in Deutschland, die ein solches Amt ausloben (Schwäbisch Gmünd seit 1989, Hanau seit 2004).

Sarah Ordóñez ist die 11. Erfurter Stadtgoldschmiedin, welche dieses Amt in der Landeshauptstadt Thüringens innehat.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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