Die Energiekrise zwingt alle gesellschaftlichen Gruppen zum Handeln – Privatverbraucher, Händler und Handwerker, Industrie und Verbände. Die Stadt Erfurt rief den Energiebeirat ins Leben. Oberbürgermeister Andreas Bausewein: „Der Beirat startet jetzt in die zweite Stufe. Zuerst haben wir begonnen, die Verordnungen des Bundes umzusetzen und Möglichkeiten des Energiesparens gesucht und versucht, deren Kosten und Nutzen zu bewerten. In der zweiten Stufe gab es jetzt das erste virtuelle Treffen von den verschiedensten Verbänden und Institutionen.“

 

OB Andreas Bausewein informierte sich über Sparmaßnahmen der Stadtwerke-Tochter

 

Flankierend zur Arbeit des Beirates plant der OB in den nächsten Wochen und Monaten Treffen und Gespräche mit den Unternehmen und Verbänden. „Dabei geht es darum, erst einmal zuzuhören und mitzunehmen, vor welchen Herausforderungen die Gesprächspartner stehen, welche Lösungen sie sehen und wie die Stadt sie dabei unterstützen kann“, sagt der OB.

Die erste Visite führte den Oberbürgermeister in den Egapark, einer Tochter der Stadtwerke. „Gerade die Stadtwerke müssen sich intensiv auf das vorbereiten, was auf sie zukommen könnte“, so der OB. Der Egapark hat bereits seit April 2022 schon kräftig zu sparen begonnen: „Mehr als 108.000 Kilowattstunden Strom werden wir in diesem Jahr durch erste Maßnahmen einsparen“, sagt Egapark-Chefin Kathrin Weiß. Das sind immerhin rund elf Prozent vom prognostizierten Gesamtjahresverbrauch (950.000 Kilowattstunden) des Parks.

Die Wasserspiele jeglicher Form – auch das Badebecken – machen mehr als 80 Prozent des Einsparpotenzials aus. „Neben den Pumpen der Wasserspiele sind es die Wegebeleuchtungen, die Turmbeleuchtung des Aussichtsturms, der Schriftzug Egapark am Eingang und LED-Umrüstung in der Verwaltung, bei denen wir Sparmaßnahmen umsetzen“, sagt Kathrin Weiß. Setzt man den bisherigen Verbrauch der rund 28 Wasserspiele, Badebecken, Hausbeleuchtung ins Verhältnis, dann wird ein Drittel des Verbrauchs eingespart.

Danakil könnte auf Minimaltemperatur laufen

 

In der Energiezentrale des Egaparks – hier sorgen zwei Gas-Brennwertkessel und ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk für Wärme und Strom im Danakil und dem Gewächshaus für die Palmen und Kübelpflanzen – erläuterten die Egapark-Mitarbeiter Marco Spangenberg und Sandro Schollmeyer dem OB, was im Falle einer Gasmangellage und dem damit verbundenen Ausfall der Heizung passieren muss. Mit der Umstellung eines Gaskassels auf den Brennstoff Heizöl kann ein Notbetrieb sichergestellt werden. Für das Danakil und das Gewächshaus zur Überwinterung des großen Kübelpflanzenbestandes kann die Minimaltemperatur ohne öffentlichen Betrieb garantiert werden, damit die unwiederbringlichen Pflanzen von hohem Wert sowie die Tiere des Wüsten- und Urwaldhauses ohne Schaden durch den Winter kommen.

Übrigens: Mehr als 420.000 Besucher kamen bisher 2022 in den Egapark, der damit auch weiterhin die besucherstärkste touristische Einrichtung Thüringens ist. Andreas Bausewein bezeichnete das große Besucherinteresse als eines der wichtigsten Argumente, den Egapark in seiner Struktur und seinem touristischen Angebot auch künftig unverändert weiterzuführen.

Beim Rundgang über das Parkgelände ließ sich der OB nicht nur über das Thema Energiesparen informieren, auch das „Blumige“ war Thema bei den Gesprächen mit den Egapark-Kolleginnen und -Kollegen. Beim ersten Stopp in den Gartenideen, die neben besonderen Gartengestaltungen auch grüne Zukunftsthemen wie Energiepflanzen, Gemüse und Insektenpflanzen beherbergen, stellten Lisa Weisner und Melanie Trinks aus dem Egapark-Team dem Stadtoberhaupt das neue Konzept des Bereiches vor. Hier werden künftig neue Trends, neue Sorten und Kooperationsprojekte präsentiert. In diesem Jahr werden unter anderen 50 Basilikumsorten in Zusammenarbeit mit der Züchterorganisation Fleuroselect gezeigt. Der Naturgarten e. V. ist in diesem Garten genauso dabei wie angebautes Gemüse, das von der Lebenshilfe im Restaurant Caponniere verarbeitet werden soll.

An der Wasserachse informierte Meisterbereichsleiterin Nicole Kleb über die aktuellen Herausforderungen in ihrem Verantwortungsbereich, zu dem Bäume, Gehölze, Stauden und die ausgedehnten Rasenflächen gehören. Bei den Bäumen hat der trockene Hitzesommer zu einem deutlichen Anstieg von Gutachten und Pflegemaßnahmen geführt. Es werde aber alles getan, um den alten Baumbestand zu erhalten. Bereits zwölf Baumpatenschaften und weitere Interessenten helfen dem Egapark-Team, die notwendigen Pflegemaßnahmen finanziell zu unterstützen.

Auf dem Rückweg zum Haupteingang machte der Oberbürgermeister noch einmal Halt am Großen Blumenbeet. Hier ist das Team von Gärtnermeister Uwe Schachschal mit der Pflege des Sommerflors beschäftigt. Bald kommen die Blumenzwiebeln für den nächstjährigen Frühlingsflor in den Boden. Rund zwei Wochen Arbeit sind für die Pflanzungen geplant.

Wichtiger Ort zum Abschalten

 

Im Besucherzentrum erhielt Andreas Bausewein im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen des Besucherservice einen Eindruck, wie die Besucher den Park sehen. Viele positive Meinungen werden nach dem Parkbesuch geäußert und auch großer Dank an die Gärtner, die im Hitzesommer 2022 dafür gesorgt haben, dass es im Park grünt und blüht.

Der OB: „Für die Erfurterinnen und Erfurter hat der Egapark gerade in diesen Zeiten eine ungeheuer wichtige Funktion für das Runterkommen, für das Auftanken. Einmal tief durchatmen, die Sorgen hinter sich lassen, sich einfach an der Schönheit der Natur erfreuen. Für die Touristen ist der Garten Thüringens ein besonderes Besuchsziel.“

 

Quelle: Egapark Erfurt

 

Teile dieses Stück Erfurt