Foto: Die drei Bischöfe sind an ihren alten Platz auf dem Ravelin Peter zurückgekehrt. Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

 

Die drei Bischöfe sind zurück auf dem unteren Petersberg. Am Nachmittag wurde die Figurengruppe im Beisein ihres Schöpfers, des Ostthüringer Bildhauers Volkmar Kühn, feierlich eingeweiht.

 

Kühn-Figurengruppe „Eingesessen“ auf dem Petersberg eingeweiht

Der Standplatz der 2,80 Meter hohen Bronzeplastiken liegt an der Petrinistraße auf dem Befestungsaußenwerk Ravelin Peter. Dort stand das Werk mit dem Namen „Eingesessen“ bereits 2021 gute sechs Monate lang. In der Zeit avancierten die Bischöfe zu Publikumslieblingen. Unzählige Fotos von ihnen wurden in den klassischen und sozialen Medien veröffentlicht. Vor allem die Konturen der Plastiken vor dem Domberg wurden in diversen Varianten und Lichtstimmungen aufgenommen. „Die Bischöfe gingen im vergangenen Jahr als Fotomotiv um die Welt und machten Werbung für Erfurt“, sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. „Sie standen am idealen Platz. Deshalb war es nur folgerichtig, dass wir sie nun für immer dort haben werden. Sie gehören einfach zum Petersberg.“

Im Anschluss an die städtische Schau hatte die Stadtverwaltung die Figurengruppe nach einem Beschluss der Kunstkommission für eine knapp sechsstellige Summe angekauft. Im Garten- und Friedhofsamt in Erfurt-Marbach wurde sie in den vergangenen Monaten im Auftrag und auf Rechnung des Künstlers überholt. Unter anderem bekamen die drei Bronzefiguren neue Stahlsockel, auf denen sie nun sitzen. Außerdem wurden ihre Bischofsmützen, die Mitren, mit Blattgold versehen. Volkmar Kühn: „Die Vergoldung hatte ich schon lange vor, nun war der richtige Zeitpunkt dafür. Ich hoffe sehr, dass niemand versucht, das Gold herunter zu kratzen. Dadurch würde nur großen Schaden entstehen. Der Verkauf lohnt sich wirklich nicht.“

Im öffentlichen Thüringer Raum ist Volkmar Kühn der präsenteste Gegenwartskünstler. In Gera stehen mehrere seiner Plastiken. Nebenan in Wünschendorf ist Volkmar Kühns künstlerische Basis. Seit Jahrzehnten wohnt er dort im Komplex des Klosters Mildenfurth und präsentiert seine Groß- und Kleinplastiken. Aber auch von der Rudolstädter Heidecksburg oder dem Ilmenauer Marktplatz, aus den Jenaer Parks oder dem Innenhof des Thüringer Landtags sind seine überlebensgroßen Bronzemenschen und figürlichen Tierplastiken nicht mehr wegzudenken. Bekannt ist auch sein „Kreuzmensch“ im Kloster Paulinzella.

Zur Bundesgartenschau widmete die Stadtverwaltung Erfurt Kühn an der Petrinistraße auf dem Petersberg eine Freilichtausstellung. Die kleine Werkschau „Moderne.Garten.Kunst.“ umfasste zwei Großplastiken und drei Figurengruppen. Die Stadtverwaltung hatte sie als eigenen künstlerischen Betrag zum Buga-Jahr organisiert. Sie war auch als vorgezogene Ehrung des Künstlers gedacht, der in diesem Sommer 80 Jahre alt wird. „Insofern nehmen wir mit unseren Schauen seinen runden Geburtstag vorweg und bereiten dem Künstler als Stadt Erfurt ein besonderes Geburtstagsgeschenk“, sagte damals Dr. Sascha Döll, der Leiter des Garten- und Friedhofsamtes. Auf dem Areal, das nicht zum offiziellen Buga-Gelände gehörte, konnten die Kühn-Bronzen ohne Eintrittskarte betrachtet werden. Zusätzlich wurden in einer Doppelausstellung im Kulturhaus Dacheröden Kleinplastiken von Kühn gezeigt, die mit der Papiercollagen seiner Ehefrau Marita Kühn-Leihbecher korrespondieren.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt

 

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