Am 15. Dezember wurden in der Nähe der Biberburg in der Nesseaue (Bindersleben/Alach) Weiden gesteckt. Das Umwelt- und Naturschutzamt will damit den Lebensraum der dort lebenden Biber verbessern und langfristig auch das Nahrungsangebot verbessern.

An der Aktion beteiligt waren Andreas Horn, Beigeordneter für Sicherheit und Umwelt, und eine 4. Klasse der Bergkreisschule in Alach. Als Umweltschule will sich diese verstärkt einbringen und die streng geschützten Biber weiter beobachten und in den Unterricht integrieren.

„Wir freuen uns, dass der Biber auch in Erfurt langsam wieder heimisch wird“, so Horn. „In der Nesseaue haben wir eine besonders heikle Situation, weil die Biber die nahe Straße immer wieder queren und bereits drei Tiere überfahren wurden. Daher sollen hier jetzt Weidenstecklinge gesetzt werden, um das Nahrungsangebot in der Nähe der Biberburg zu verbessern, sodass die Tiere die Straße gar nicht mehr überqueren müssen.“

„Ganz toll ist es, dass uns hier die Bergkreisschule so kurzfristig unterstützt und das Thema Biber sowie den Schutz der heimischen Natur allgemein auch stärker in den Fokus rücken will“, zeigt sich Horn begeistert.

Das Umwelt- und Naturschutzamt erarbeitet parallel mit dem Flussbüro Erfurt eine Strategie, wie die Biber in der Nesseaue langfristig gut geschützt, die Querung der Straße verhindert und die Lebensbedingungen verbessert werden können. Dazu gehören auch die Planung der Entschlammung des Rosengrabens und die Einbeziehung der direkt benachbarten Landwirte mit ihren Acker- und Grünlandflächen.

„Einen besseren Zeitpunkt für diese Artenschutzmaßnahme kann es gar nicht geben, wo doch gerade in Montreal/Kanada die Weltnaturkonferenz läuft und ein ,Friedenspakt mit der Natur‘ beschlossen werden soll. Eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Der Biber in Erfurt soll nicht dazugehören“, so Horn abschließend.

 

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt