Foto: (v.l.n.r.) Dieter Braun, Vorsitzender Bürger- und Traditionsverein Bischleben-Stedten e.V., Franz Hicke, Ortsteilbürgermeister Bischleben-Stedten, Marco Blöthner, Geschäftsführer RK Landschaftsbau Dittersdorf GmbH, Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Umwelt, Stephan Gunkel, Geschäftsführer Flussbüro Erfurt, Hans-Werner Fischer, stellv. Ortsteilbürgermeister/Stadtverwaltung Erfurt

Das seit Februar 2026 laufende Bauvorhaben im Stedtener Wäldchen ist abgeschlossen und wurde durch Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Umwelt mit Enthüllung einer Informationstafel feierlich beendet. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgte auch eine Führung durch das Projektgebiet mit Erläuterungen zu den durchgeführten Maßnahmen durch das Flussbüro Erfurt.

Renaturierung der Fläche verbindet Hochwasserschutz und Naturschutz

Der Geschützte Landschaftsbestandteil (GLB) „Stedtener Wäldchen“ ist ein strukturreiches Relikt bzw. ein letzter Waldrest westlich der Ortslage Bischleben-Stedten mit einer besonderen Naturausstattung in Form von Eichen-Hainbuchenwald, naturnahen Bachläufen, Standgewässern und Feuchtgebieten. Seit 1996 steht es unter Schutz. Durch seine Lage oberhalb der Ortslage Bischleben-Stedten sorgt es außerdem dafür, dass bei Starkniederschlägen anfallendes Wasser zurückgehalten wird und nicht ungebremst in die Ortslage gelangt. „Der Klimawandel mit zunehmender Trockenheit sowie die bisher zum Teil vorhandenen kanalartigen Begradigungen der Gräben sorgten seit einiger Zeit dafür, dass das Stedtener Wäldchen seiner Funktion als Lebensraum und Retentionsraum nicht mehr vollständig gerecht werden konnte“, erläutert Bärwolff.

Aus diesem Grund wurde durch das Umwelt- und Naturschutzamt in Zusammenarbeit mit dem Flussbüro Erfurt ein Projekt entwickelt, welches Hochwasserschutz und Naturschutz verbindet und dafür sorgt, dass im Stedtener Wäldchen sowohl die naturschutzfachlichen Ziele des Schutzgebietes als auch seine Hochwasserschutzaufgaben sichergestellt werden können. Gefördert wurde das Projekt zusätzlich durch das Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesamtes für Naturschutz.

„Mit dem Projekt zeigt sich auch, dass die städtischen Fachämter gemeinsam mit dem Ortsteil, der örtlichen Jägerschaft und der Flurneuordnungsbehörde und zusätzlichen Bundesfördermitteln etwas Gutes für Natur, Umwelt und den Menschen schaffen können. Mit der Umgestaltung des GLB und den benachbarten Pflanzungen am Feldweg wurden wertvolle Flächen für viele verschiedene Arten und die Menschen vor Ort geschaffen“, betont der Beigeordnete für Bau, Verkehr und Umwelt.

Konkret wurden durch die beauftragte Baufirma naturnahe Grabenstrukturen und mehrerer Kleingewässer, die durch Dämme in naturnaher Ausführung, sogenannte „Leaky dams“, also undichte Dämme, geringfügig eingestaut werden, angelegt und modelliert. So wird das Wasser länger im GLB gehalten. Entstanden sind außerdem Benjeshecken sowie verschiedene Kombihabitate, die einer Vielzahl von Arten Lebensräume bieten. Die Kosten des Vorhabens betrugen ca. 200.000 Euro.

Der Geschützte Landschaftsbestandteil „Stedtener Wäldchen“ soll überwiegend der Natur überlassen und nicht betreten werden. Damit sich interessierte Bürgerinnen und Bürger trotzdem über das Gebiet und die durchgeführten Maßnahmen informieren können, wurde am Rand des Wäldchens eine entsprechende Informationstafel aufgestellt.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt