Foto: Theater Erfurt/Archiv ich liebe Erfurt
Die Landeshauptstadt Erfurt hat im gestrigen Hauptausschuss der Einstellung von Rebekah Rota als Intendantin und Künstlerische Werkleiterin des Theaters Erfurt zugestimmt. Sie tritt ihr Amt am 1. August 2028 an und ist zunächst für fünf Spielzeiten (2028/29 bis 2032/33) verantwortlich.
Zugleich hat der Hauptausschuss der Einstellung von Ulrich Jagels als neuem kaufmännischen Werkleiter mit Beginn zum 1. Dezember 2026 zugestimmt. Jagels verfügt über eine langjährige Berufserfahrung in renommierten Kultureinrichtungen als kaufmännischer Geschäftsführer, Prokurist und Verwaltungsdirektor. Ihn zeichnen eine umfassende Expertise in Finanzmanagement, kaufmännischer Leitung und strategischer Führung von großen Opern-, Orchester- und Festspielbetrieben mit nachgewiesenen Erfolgsbilanzen bei den Bayreuther Festspielen, der Oper Leipzig, dem Theater Chemnitz, der Rundfunk Orchester und -Chöre gGmbH Berlin und dem Schleswig-Holstein Musik Festival aus.
Die Entscheidung über die Künstlerische Werkleitung fiel nach einem aufwendigen Auswahlverfahren: Eine Ende 2025 gebildete Auswahlkommission entwickelte auf Grundlage der beschlossenen Eigentümerziele ein Anforderungsprofil, das die fachlichen, künstlerischen, organisatorischen und persönlichen Kriterien für die künftige Leitung definierte.
Die Entscheidung des Hauptausschusses begrüßt der für das Theater zuständige Beigeordnete der Landeshauptstadt Erfurt, Steffen Linnert, der auch das Auswahlverfahren verantwortete:
„Rebekah Rota hat uns nicht nur mit ihren fachlichen und künstlerischen Vorstellungen überzeugt, sondern auch mit ihrer Fähigkeit, Menschen für Veränderungen zu gewinnen. Mit ihr haben wir eine Persönlichkeit gefunden, die die Ergebnisse des Theatertransformationsprozesses mit eigenen Ideen, großer Erfahrung und Begeisterung für das Erfurter Theater verbindet.“
Die in Los Angeles geborene Künstlerin verbindet langjährige Bühnenerfahrung als Sopranistin – unter anderem in Neustrelitz, Stralsund, Freiberg und Plauen-Zwickau – mit Leitungspraxis und der Gestaltung von Veränderungsprozessen. Regie, Regieassistenz und Abendspielleitung ergänzen ihren Werdegang. An den Landesbühnen Sachsen in Radebeul übernahm sie ab 2017 Leitungsverantwortung als Referentin des Operndirektors, 2020 bis 2022 war sie stellvertretende Operndirektorin am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Seit August 2023 ist sie Opernintendantin der Wuppertaler Bühnen und Mitglied der Leitung der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH.
Rota setzt in Wuppertal Akzente mit wiederentdeckten Werken und Musik von Komponistinnen – internationale Anerkennung fanden ihre Produktionen durch Nominierungen für die International Opera Awards: 2024 für die Wiederentdeckung von Ethel Smyths „Der Wald”, 2025 in der Kategorie Nachhaltigkeit. Sie leitet das spartenübergreifende Changemanagement für Produktionsprozesse und brachte sich über ihr Haus hinaus in die Diskussion um die Zukunft des Theaters ein, unter anderem im Thinktank „Zukunft des Theaters” und in Gremien des Deutschen Bühnenvereins.
Rebekah Rota selbst blickt mit Vorfreude auf ihre neue Aufgabe in Erfurt:
„Theater lebt davon, dass es sich immer wieder neu erfindet: künstlerisch, gesellschaftlich und vor allem im Dialog mit seinem Publikum. In Erfurt sehe ich großes Potenzial, diesen Weg gemeinsam mit einem engagierten Ensemble und allen Mitarbeitenden zu gehen. Ich wünsche mir ein Theater, das mutig ist, Fragen stellt, neue Zugänge eröffnet und zugleich ein Ort bleibt, an dem Menschen große künstlerische Erlebnisse miteinander teilen.“
Auch in ihrer derzeitigen Arbeit bildet die Öffnung des Theaters zur Stadtgesellschaft einen Schwerpunkt: Die von ihr aufgebauten Wuppertaler Opernclubs für Kinder und Jugendliche wuchsen in zwei Spielzeiten um rund 120 Prozent und erarbeiten eigene Produktionen. Mit sogenannten SoundShirts macht sie Musik für gehörlose Besucherinnen und Besucher körperlich erfahrbar. Ein weiteres Anliegen ist Geschlechterparität bei Regieteams.
Bis zum Amtsantritt der neuen Intendantin 2028 wird der amtierende Intendant und Künstlerische Werkleiter Christian Illgen die Weiterentwicklung des Hauses vorantreiben und den Übergang gemeinsam mit Rebekah Rota vorbereiten:
„Die kommenden Spielzeiten sind eine wichtige Zeit, um das Theater Erfurt auf seine Zukunft vorzubereiten und die bereits begonnenen Entwicklungen weiterzuführen. Wir wollen dafür gute Grundlagen schaffen und zugleich Raum für die Ideen der neuen Intendantin lassen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Rebekah Rota und darauf, diesen Übergang gemeinsam und im Sinne des gesamten Hauses zu gestalten. Ein gelungener Übergang ist schließlich auch eine große Chance für die zukünftigen Wege des Hauses.“
Mit Rebekah Rota gewinnt das Theater Erfurt eine Persönlichkeit, die künstlerische Neugier mit dem Ziel verbindet, mehr Menschen die Teilhabe am Theater zu ermöglichen – und damit neue Impulse für die Weiterentwicklung des Hauses mitbringt.
Gemeinsame Pressemitteilung des Theaters Erfurt und der Landeshauptstadt Erfurt
Quelle: Landeshauptstadt Erfurt (Originalmeldung)