Museumspädagogik hat wieder festen Platz im Stadtmuseum
Stephan Oettel besetzt Stelle im „Haus zum Stockfisch“
Wege, Stadtgeschichte und die unzähligen Exponate greifbar zu machen, gibt es viele: Färbeworkshops zeigen praxisnah die Bedeutung der Waidpflanze im Mittelalter, beim Papierschöpfen im Benary-Speicher erschließt sich die Historie des Druckes in Erfurt, das Prägen von Münzen verrät mehr über den Handel in vergangenen Zeiten. Besonders beliebt ist der Archäologie-Workshop, in dem die jungen Teilnehmenden selbst erkennen, wie sorgfältig und geduldig Archäologinnen und Archäologen arbeiten. „Am besten ist es, diese Inhalte mit Vor-Ort-Begehungen zu verknüpfen“, sagt Oettel. „Das macht das Ganze noch anschaulicher.“ Wie das aussehen kann, erleben Interessierte zum Beispiel bei den Radtouren, die im Rahmen der Ausstellung zur „Sportstadt Erfurt“ angeboten werden. Diese trägt bereits klar die museumspädagogische Handschrift: Neben dem Hochrad von Friedrich Ferdinand Haage laden viele weitere Mitmachstationen zum aktiven Entdecken ein.
An Ideen, die bereits etablierten Angebote auszubauen, mangelt es Stephan Oettel nicht. Wappenkunde sowie Kirchen und Klöster stehen ganz oben auf seiner Liste – immer verbunden mit praktischen Erkundungen in der Stadt. Die Ferienangebote sollen ausgebaut werden, ein neuer Wegweiser soll Orientierung im Haus liefern. Auch das Thema Inklusion soll mehr Berücksichtigung finden. Stephan Oettel möchte das Stadtmuseum wieder stärker „ins Gedächtnis rufen“. Dazu will der Museumspädagoge zum Beispiel proaktiv an Schulen herantreten. „Wir müssen noch deutlicher darauf aufmerksam machen, dass es diese einzigartige Institution in Erfurt gibt“, so Oettel.
Quelle: Aktuelle Meldungen der Landeshauptstadt Erfurt