Foto: Lena Schätte/Stadtverwaltung Erfurt

 

Mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung beginnt am Dienstag, dem 7. April 2026, die Stadtschreiberzeit der Autorin Lena Schätte in Erfurt. Die symbolische Amtseinführung findet um 19 Uhr in der Jederkann-Galerie am Leipziger Platz 9 statt. Der Eintritt ist frei.

Auftaktveranstaltung am 7. April in der Jederkann-Galerie

Im Rahmen der Veranstaltung erhält Lena Schätte ihre Stadtschreiberurkunde aus den Händen von Kulturdirektor Dr. Christian Horn. Gleichzeitig gibt die Autorin Einblicke in das Romanprojekt, an dem sie während ihres viermonatigen Aufenthalts in der Landeshauptstadt arbeiten wird: eine Geschichte über Körperpolitik, Selbstermächtigung und eine lange Frauenfreundschaft – und über die leise radikale Frage, ob die Annahme des eigenen Körpers nicht der größte Widerstand sein kann.

Außerdem wird sie aus ihrem letzten Buch „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ lesen. Der im S. Fischer Verlag erschienene Roman nimmt Alkoholismus im Familiensystem und das Erwachsenwerden nach traumatischem Erleben in den Blick.

Besucherinnen und Besucher haben zudem Gelegenheit, die neue Stadtschreiberin persönlich kennenzulernen und mehr über ihre Pläne für die kommenden Monate zu erfahren. Der Abend klingt in der jederkann-Galerie aus mit entspannten Downbeats von Toni Materne im Zusammenspiel mit Funky Fie.

Workshopangebot der Stadtschreiberin

Für ihre Zeit in Erfurt hat sich Lena Schätte viel vorgenommen: Neben der Arbeit an ihrem neuen Roman wird sie mehrere Schreibformate für Interessierte anbieten. Dazu gehört unter anderem die „Romanwerkstatt: Von der ersten Idee zum letzten Satz“, ein Kurs für alle, die selbst an einem Roman arbeiten oder mit dem Schreiben beginnen möchten. In acht Terminen zwischen dem 23. April und dem 30. Juli 2026 vermittelt die Autorin Grundlagen des Romanhandwerks, begleitet individuelle Projekte und bietet Raum für Austausch und Feedback.

Die Treffen finden jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr (alle zwei Wochen) statt. Anmeldungen sind bis zum 17. April per E-Mail an stadtschreiber@erfurt.de möglich.

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie entsteht aus einer Idee eine tragfähige Geschichte? Wie lässt sich ein Spannungsbogen entwickeln? Welche dramaturgischen Strukturen helfen beim Schreiben – und wann lohnt es sich, diese bewusst zu brechen? Neben handwerklichen Impulsen wird in spielerischen Übungen eine eigene Schreibroutine aufgebaut, Ideen werden strukturiert und gemeinsam weiterentwickelt. Die Teilnehmenden erhalten Feedback zu ihren Texten, tauschen sich über Schreibprozesse aus und erarbeiten Schritt für Schritt ein stabiles Gerüst für ihre individuellen Romanvorhaben. Ziel ist es, sowohl Einsteigerinnen und Einsteigern als auch fortgeschrittenen Schreibenden konkrete Werkzeuge für die langfristige Arbeit an einem Roman zu vermitteln.

Zur Anmeldung wird gebeten, eine kurze Beschreibung der eigenen Romanidee – etwa eine halbe Seite – an stadtschreiber@erfurt.de zu senden. Dabei genügen einige Sätze zum Projektstand, damit der Kurs individuell auf die Vorhaben der Teilnehmenden eingehen kann.

Ein weiteres Angebot ist der Workshop „Erfurter Kartografie der Erinnerung – ein schreibender Spaziergang“ am 30. und 31. Mai 2026. Dabei erkunden die Teilnehmenden gemeinsam den Stadtraum rund um die Magdeburger Allee und nähern sich mit kurzen Schreibübungen den Geschichten des Alltags. Der Workshop verbindet Stadterkundung mit kreativem Schreiben und richtet sich ausdrücklich auch an Interessierte ohne Vorerfahrung. Anmeldungen sind bis zum 22. Mai ebenfalls an stadtschreiber@erfurt.de möglich.

Tagebuch erzählt von Erlebnissen in Erfurt

Darüber hinaus wird die Stadtschreiberin ihre Zeit in Erfurt in einem regelmäßig erscheinenden digitalen Tagebuch festhalten. Darin berichtet sie über ihre Eindrücke von der Stadt, ihre Arbeit am Roman sowie Begegnungen und literarische Entdeckungen während ihres Aufenthalts. Das Tagebuch wird auf www.erfurt.de/stadtschreiber sowie in der Thüringer Allgemeine veröffentlicht.

Den Stadtschreiber-Literaturpreis vergibt die Landeshauptstadt Erfurt seit dem Jahr 2002 alle drei Jahre an deutschsprachige beziehungsweise deutsch schreibende Autorinnen und Autoren. Mit Lena Schätte setzt die Stadt die Reihe engagierter literarischer Stimmen fort, die sich intensiv mit Erfurt und seinen Geschichten auseinandersetzen.

Die Auftaktveranstaltung am 7. April bietet den offiziellen Startpunkt der Stadtschreiberzeit und zugleich einen Ausblick auf ein vielfältiges literarisches Programm, das in den kommenden Monaten die Stadt bereichern wird.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt