Foto: Svenja Stöhr/Stadtverwaltung Erfurt

 

Svenja Stöhr bringt frischen Schwung in die Kinder- und Jugendbibliothek

Zum 1. Dezember 2025 endete eine Ära in der Kinder- und Jugendbibliothek. Die Leiterin Marina Glöckner ging nach elf Jahren an der Spitze der Kinder- und Jugendbibliothek (KJB) und fast 50 Jahren im Dienst der Stadtverwaltung in den Ruhestand. Das erst frisch renovierte Haus in der Marktstraße suchte eine neue Leitung und fand sie in Svenja Stöhr. Mit der 34-Jährigen fand ein Generationswechsel statt. Zudem bringt die studierte Buchwissenschaftlerin auch frische Impulse von außen mit.

Bibliothek soll bei Kindern schöne Erinnerungen schaffen

Wie verlief Ihre bisherige berufliche Laufbahn?

Nach meinem Studium der Buchwissenschaft fing ich 2015 in der Stadtbücherei Frankfurt am Main an. Dort habe ich in verschiedenen Abteilungen und Bibliotheken gearbeitet – unter anderem auch für fünf Jahre in der dortigen Kinder- und Jugendbibliothek. Ich war im Bestandsmanagement tätig, wirkte an Leseförder- und Medienbildungsprojekten mit und initiierte Kooperationen mit ortsansässigen Institutionen.

Was hat Sie bewogen, sich um die Leitung der KJB Erfurt zu bewerben?

Nach über acht Jahren als stellvertretende Bibliotheksleitung in Frankfurt spürte ich, dass es an der Zeit ist, selbst die Leitung zu übernehmen. Als ich die Ausschreibung für die Leitung der Erfurter KJB entdeckte, begeisterte mich das abwechslungsreiche Stellenprofil gleichermaßen wie die Aussicht, nach Erfurt zu ziehen.

Woher stammen Sie und welchen Eindruck haben Sie bisher von Erfurt gewonnen?

Ich bin geboren und aufgewachsen in Offenbach am Main. Erfurt ist die letzten Jahre aber bereits zu meinem zweiten Zuhause geworden, da mein Freund hier wohnt. Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl in der Stadt.

Sie haben Ihren Job nun rund eineinhalb Monate inne und ja bereits in anderen Bibliotheken gearbeitet. Welchen Eindruck haben Sie bislang von der KJB gewonnen?

Mir gefällt, dass die Erfurter Kinder und Jugendlichen eine eigene Bibliothek für sich haben. Das ist nicht in allen Städten so. Und dann ist die KJB auch noch hier in der Marktstraße in einem so besonderen und schönen Gebäude mit Charakter untergebracht. Auf drei Etagen lässt sich die Bibliothek individuell und zielgruppengerecht gestalten. Das finde ich toll!

Welche Ziele verfolgen Sie als neue KJB-Leiterin? Welche frischen Ideen bringen Sie mit?

Bibliotheken haftet oft noch das verstaubte Klischee an: Man darf nicht laut sein und die strenge Bibliothekarin mit Perlenkette ruft alle zur Ordnung. Das ist schon lange nicht mehr so. Leider wissen viele Kinder, Familien und Jugendliche nicht, was Bibliotheken alles zu bieten haben und finden den Weg gar nicht erst zu uns. Damit sich das ändert, möchte ich unser Medien- und Veranstaltungsangebot durch aufsuchende Bibliotheksarbeit und Kooperationen sichtbarer machen.

Die Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt versteht sich als Wohnzimmer der Stadt, als Treffpunkt der Stadtgesellschaft, als Lern- und Begegnungsort. Ich wünsche mir, dass die KJB mit ihrer Aufenthaltsqualität zum städtischen Kinder- und Jugendzimmer wird.

Auf welche Veranstaltungen, die regelmäßig viele Gäste in die KJB locken, freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich auf besondere Lese- und Medienerlebnisse, die bei Kindern und Jugendlichen die Lust an Geschichten und Medien wecken – ganz egal, ob durch klassische Leseförderung, mit Comics oder Veranstaltungen, die das Interesse an naturwissenschaftlichen Themen fördern. Bibliothek soll Spaß machen und vor allem bei Kindern schöne Erinnerungen schaffen. Wenn das gelingt und man am Ende einer Veranstaltung spürt, dass man etwas bewirkt hat, ist das die schönste Wertschätzung meiner Arbeit.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt