Foto: Herzberg, aus der Serie „Provinzlust“/Karen Weinert und Thomas Bachler

 

Sie sind die Letzten ihrer Art: Mit der Ausstellung „Provinzlust. Erotikshops in Ostdeutschland“ gewährt das Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt vom 6. August bis 25. Oktober 2026 besondere Einsichten in den Erotikhandel und damit in ein bisher unbeachtetes Kapitel der Zeitgeschichte.

Ausstellung zur „Provinzlust“ im Volkskundemuseum

Die Sonderschau zeigt Fotografien von Karen Weinert und Thomas Bachler zum gleichnachmigen Buch von Uta Bretschneider und Jens Schöne. Dieses bietet einen unterhaltsamen und zugleich sehr ernsthaften Blick auf die Umbruchsjahre seit 1989. Für ihr Buchprojekt haben die Kulturwissenschaftlerin und der Historiker Sexshops in der ostdeutschen Provinz sowie die Lebenswege ihrer Inhaberinnen und Inhaber erkundet. Das Werk erschien 2024 im Ch. Links Verlag der Berliner Aufbau Verlagsgruppe.

Die Vernissage mit Lesung von Uta Bretschneider, Direktorin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Euopäische Transformation, findet am Donnerstag, dem 6. August um 18:00 Uhr im Museumshof statt. Durch den sommerlichen Abend führt Victoria Hegner, Professorin für Empirische Kulturwissenschaft/Kulturanthropologie an der Friedrisch-Schiller-Universität Jena. Es wird ein kleiner Imbiss gereicht. Die Teilnahme an der Lesung ist mit Museumseintritt möglich. Eine Anmeldung bis zum 3. August 2026 wird empfohlen.

Ausstellung und Lesung wurden initiiert vom Museumsförderverein. Dank der Buchhandlung Peterknecht ist das Buch „Provinzlust“ zur Vernissage vor Ort im Museum und während der Ausstellungsdauer in der Erfurter Buchhandlung erhältlich.

Zum Buchprojekt

Dr. Uta Bretschneider ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und seit Mai 2026 Direktorin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation. Ihre Leidenschaften: Museum machen, Übersehenes sehen, Zeitgeschichte(n) aufspüren – und dies seit Jahren sehr erfolgreich. Gemeinsam mit dem Historiker Dr. Jens Schöne, dem Stellvertreter des Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin, hat sie im Buch „Provinzlust“ Erotikshops abseits großer Städte erforscht.

Was zu Zeiten der Pandemie während einer Fahrt ins südliche Brandenburg mit einer skurrilen Entdeckung begann, mündete in eine amüsante sowie tiefgreifende Studie zu einem bisher in der Forschung völlig übersehenen Kapitel der sogenannten Transformationszeit seit 1989. Im Mittelpunkt stehen die Inhaberinnen und Inhaber von Erotikshops in Ostdeutschland. Es geht um ihren persönlichen Werdegang, ihre Beweggründe für diese Form der Selbstständigkeit und die Frage: Wie offen oder diskret ging und geht man im ländlichen Raum mit diesen Läden und ihren Angeboten um? Die vom Autorenduo geführten Interviews wurden fotografisch begleitet und untermalt von Karin Weinert und Thomas Bachler.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt