Stadtverwaltung zieht positive Bilanz
Einsatzkonzepte gingen auf – Reibungslose Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei
Die Stadtverwaltung hat sich intensiv auf das erste Juliwochenende vorbereitet und bereits Anfang des Jahres einen Verwaltungsstab eingerichtet. Ämterübergreifend wurden unterschiedlichste Aspekte des Wochenendes bedacht. Der Verwaltungsstab wurde von Heike Langguth, der Bürgermeisterin und Beigeordneten für Sicherheit, Bürgerservice und Gesundheit, geleitet.
Dem Verwaltungsstab gehörten Vertreter verschiedener Ämter an, beispielsweise der Versammlungsbehörde des Bürgeramtes, des Tiefbau- und Verkehrsamt, des Amtes für Gebäudemanagement oder auch der Feuerwehr. Im Sinne kurzer Abstimmungswege hatten darüber hinaus externe Partner wie die EVAG und die Polizei einen Platz im Verwaltungsstab.
„Unsere Strategie ist aufgegangen“, stellt Oberbürgermeister Andreas Horn zufrieden fest. „Wir waren bestmöglich auf verschiedene Szenarien vorbereitet. Die überwiegend friedlichen Proteste spielten uns dabei in die Karten, sodass wir eine positive Bilanz ziehen können. Auch das Feedback der Erfurter Bevölkerung gibt uns Recht, die Rückmeldungen waren durchgehend wohlwollend und positiv.“
„Um die zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationszüge abzusichern, mussten zeitweise rund 15 Straßen gesperrt und dafür rund 1.800 Verkehrsschilder aufgestellt werden. Die 34 angemeldeten Versammlungen und zahlreiche Spontanversammlungen am Samstag wurden von 31.000 Teilnehmenden wahrgenommen“, fasst Oberbürgermeister Andreas Horn zusammen.
Verwaltungsstabsleiterin Heike Langguth weist darauf hin, dass alles, was vorbereitet wurde, auch so umgesetzt werden konnte. „Es gab Fragen, aber keine Beunruhigung in der Stadt. Alle – Besucher, Händler, Anwohner, Konzertbesucher und Versammlungsteilnehmer – konnten das machen, wozu sie in die Stadt gekommen sind“, sagt Heike Langguth. Mit Blick auf die Stabsarbeit stellt sie fest: „Die reibungslose Zusammenarbeit am Wochenende spricht für sich. Wir haben eine neue Struktur etabliert und sind gerüstet für künftige Krisensituationen.“

Foto: Roland Kaiser auf dem Domplatz/Redaktion
Rückblickend auf ihre Besuche einzelner Versammlungen fasst Heike Langguth zusammen: „Die Stadt war voll, die Stadt war bunt“, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, dass das vielleicht auch der jüngsten Auszeichnung als glücklichste Stadt geschuldet ist. Das soll jedoch nicht über die Gedanken im Vorfeld hinwegtäuschen: „Etwas besorgt ist man immer, man hat schließlich Verantwortung. Nach den Bildern aus Gießen, Essen und Riesa waren wir auf alles eingestellt. Insofern bin ich froh, dass es erstmals in Zusammenarbeit mit Polizei und den Versammlungsanmeldern gelungen ist, alle Interessen und Grundrechte zu gewährleisten und in Einklang zu bringen.“
Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren an diesen drei Tagen – und teilweise schon zuvor – im Schichtdienst im Einsatz. Hinzu kamen noch einmal mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rufbereitschaft. Im Stadtgebiet waren 40 Lotsinnen und Lotsen auf sechs Routen unterwegs und standen den Erfurterinnen und Erfurtern sowie auch den Tagesgästen als Ansprechpartner zur Verfügung. Beim Bürgertelefon, das durch 26 Menschen betreut wurde, gingen in Summe 1.301 Anrufe seit Freischaltung ein. Per E-Mail erreichten den Verwaltungsstab knapp 330 Anfragen.
Auch die Öffentlichkeitarbeit lief sehr gut: Die Sonderseite mit dem Fragen- und Antworten-Katalog www.erfurt.de/juli2026 war überdurchschnittlich gut frequentiert. In dieser Woche gab es 132.000 Besuchende statt der sonst durchschnittlich 60.000 Nutzenden auf www.erfurt.de. Den Liveticker haben am Freitag mehr als 17.000, am Samstag fast 15.000 Menschen gelesen. Sehr beliebt als Informationsquelle war auch der WhatsApp-Kanal der Stadtverwaltung Erfurt, dessen Nutzerzahl sich auf über 11.000 Follower verdreifachte. Über Instagram-Storys wurden im Durchschnitt jeweils rund 11.000 Menschen erreicht.
Ein positives Fazit zieht auch Thomas Quittenbaum, Präsident der Landespolizeidirektion Thüringen: „Wir hatten für dieses Wochenende drei Ziele. Erstens: Die Gewährleistung der Grundrechte aus Artikel 21, das heißt, der Bundesparteitag der AfD findet pünktlich und störungsfrei statt. Zweitens, den über 31.000 Versammlungsteilnehmenden ihr Grundrecht auf Versammlungsfreiheit in unterschiedlichsten Formen zu ermöglichen. Und drittens, das öffentliche Leben in der Landeshauptstadt so wenig wie möglich zu beeinträchtigen und das bunte Leben aufrechtzuhalten. Dies ist dank unseres Einsatzkonzeptes, der friedlichen Versammlungsteilnehmer und des Konzeptes der Stadt Erfurt hundertprozentig gelungen.“
Damit endet einer der größten Polizeieinsätze der vergangenen Jahre in Thüringen und eine der komplexesten Versammlungssituationen der Thüringer Landeshauptstadt in der in Erfurt, wie der Oberbürgermeister feststellt, „ein Zeichen für eine lebendige Demokratie gesetzt wurde“.
Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt