Foto: Aktuell ist der Nikolaiturm eingerüstet. Möglichst noch vor dem Wintereinbruch soll die Sanierung abgeschlossen werden/Stadtverwaltung Erfurt

Am Nikolaiturm in der Augustinerstraße haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Bereits in den vergangenen zwei Wochen wurde dafür ein Gerüst am historischen Turm errichtet. Ziel der Arbeiten ist es, witterungsbedingte Schäden zu beseitigen und mögliche Gefahren durch herabfallende Putz- oder Steinteile zu verhindern.

Die letzte umfassende Sanierung des Nikolaiturms liegt bereits rund 30 Jahre zurück. Mitte der 1990er-Jahre wies das Bauwerk erhebliche Schäden auf. Insbesondere der obere steinerne Turmabschluss musste damals in den obersten Steinlagen vollständig neu aufgebaut werden. Auch die Fassaden wurden saniert und mit einer dünnen Putzschicht versehen. Seitdem haben sich erneut mehr oder weniger starke Verwitterungsspuren gezeigt.

Um den Zustand des Turms genauer beurteilen zu können, nutzten die Denkmalbehörden im vergangenen Jahr eine Drohne zur Untersuchung der Fassaden. Dabei wurden einzelne, teilweise erhebliche Schadstellen festgestellt, insbesondere im oberen Turmbereich. Um zu verhindern, dass sich Putzstücke oder Steinteile lösen und herabfallen, ist eine erneute Sanierung erforderlich.

Koordiniert werden die Arbeiten durch die städtische Denkmalbehörde. Im Einsatz sind auf Denkmalpflege spezialisierte Fachfirmen. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören das Abdichten und Ergänzen der Bleiabdeckung am Turmumgang, Fugensanierungen an Gesimsen und Mauerwerk sowie das Entfernen loser Putzstücke und die fachgerechte Ergänzung fehlenden Steinmaterials.

Da der Nikolaiturm von allen Seiten zugänglich ist und regelmäßig von Fußgängerinnen und Fußgängern passiert wird, hat die Sicherheit oberste Priorität. Deshalb wurden am Gerüst Schutznetze angebracht, die während der Sanierung vor herabfallenden Putz- und Steinteilen schützen.

Dass die Arbeiten erst jetzt und nicht bereits in den Sommermonaten beginnen konnten, hat einen besonderen Grund: Im oberen Turmbereich befinden sich Brutplätze geschützter Vogelarten, darunter Turmfalken und Dohlen. „Während der Brut- und Aufzuchtzeit vom Frühjahr bis in den Spätsommer dürfen die Tiere nicht gestört werden“, erklärt Uta Pappe von der städtischen Denkmalbehörde.

Die Sanierung soll möglichst noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Wetter mitspielt und keine unvorhergesehenen Schäden oder zusätzlichen Arbeiten auftreten. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Quelle: Landeshauptstadt Erfurt (Originalmeldung)