Foto: Eva Bruszis in der Ausstellung/Stadtverwaltung Erfurt/Dirk Urban
Mit großartiger Resonanz und mehr als 500 Vernissage-Gästen wurde Ende August die neue Ausstellung im Angermuseum „Nur Mut! Eva Bruszis. Wege und Welten einer Künstlerin“ eröffnet. Auf die Besucherinnen und Besucher wartet bis zum 10. Januar 2027 nicht nur die umfassende Retrospektive mit Zeichnungen, Grafiken und skulpturalen Werken der Erfurter Künstlerin, sondern auch ein abwechslungsreiches sowie interaktives Begleitprogramm, das nun startet.
Am Donnerstag, dem 10. September gibt es um 11 Uhr die Gelegenheit, mit Eva Bruszis in der Ausstellung ins Gespräch zu kommen und Fragen zur Kunst, zur Druckgrafik, zur Werkentstehung oder weiteren Themen zu stellen. „Was ihr schon immer wissen wolltet – Talk mit Eva Bruszis in der Ausstellung“ findet insgesamt an drei Terminen statt (10. September, 11 Uhr; 5. November, 15 Uhr; 3.Dezember, 15 Uhr).
Am Mittwoch, dem 15. September, ist um 18 Uhr die Psychotherapeutin Ingrid Meyer-Legrand als Referentin zu Gast im Angermuseum. Ihr Vortrag „Die Sehnsucht anzukommen – Über Kriegskinder, Kriegsenkel, Kriegsenkelinnen und den langen Weg zu sich selbst“ beleuchtet unter anderem die transgenerationalen Auswirkungen vom langen Schatten des Nationalsozialismus. Bei den leidtragenden und indirekt involvierten Menschen entwickelten sich aus dieser Krisenerfahrung heraus aber auch Stärken wie Empathie, Reflexionsfähigkeit, Krisenkompetenz, Kreativität und die große Fähigkeit, Wandel und gesellschaftliche Umbrüche aktiv zu gestalten, was der Vortrag von Ingrid Meyer-Legrand beleuchtet.
Kriegsenkelinnen und Kriegsenkel, die Kinder der Kriegskinder des Zweiten Weltkriegs, sind häufig in Familien aufgewachsen, in denen die Folgen von Nationalsozialismus, Krieg, Verlust und Schweigen bis weit in die nächste Generation hineinwirkten. Viele Eltern waren emotional nur eingeschränkt erreichbar und durch ihre eigenen Kriegserfahrungen geprägt.
Je nach Familiengeschichte kamen weitere Erfahrungen hinzu: Flucht und Vertreibung, der Neuanfang in Ost oder West sowie die Prägungen durch das Leben in der DDR und die gesellschaftlichen Umbrüche nach 1989. Auch Eva Bruszis (geboren1944) flüchtete mit ihrer Familie im Februar 1945 vor der vorrückenden Roten Armee und fand in Zschepplin bei Eilenburg Unterkunft. Diese und weitere prägende Lebenserfahrungen hat sie in ihrer Kunst verarbeitet.
Am 26. September sowie am 24. Oktober gibt es außerdem die Möglichkeit, künstlerisch mit Eva Bruszis zu interagieren. Beim Workshop „Tandem – Ein Workshop für Kinder und Erwachsene mit Eva Bruszis“ wird eine originale Grafik von Eva Bruszis durch die Teilnehmenden zeichnerisch weitergestaltet. Hierfür ist eine Anmeldung erforderlich telefonisch unter 0361 655-1625 oder per E-Mail an bildung-kunstmuseen@erfurt.de.
Weitere Termine zu Mitmachangeboten, Kuratorenführungen, Workshops und Vorträgen sind auf der Website der Kunstmuseen Erfurt zu finden.
Quelle: Landeshauptstadt Erfurt (Originalmeldung)