Vom kontaminierten Industrieareal zur naturnahen Grünfläche
Umweltminister Kummer informiert sich über Baufortschritt
Das Areal blickt auf eine lange industrielle Nutzung zurück. Seit den 1920er Jahren wurden dort in einer Farben- und Lackfabrik unter anderem Farben produziert, Lösungsmittel gelagert sowie Fette, Öle und chemische Stoffe verarbeitet. Die Folgen dieser Nutzung sind bis heute sichtbar: Boden und Grundwasser sind erheblich belastet. Schadstoffe wurden bis in etwa drei Meter Tiefe nachgewiesen und haben sich teilweise auch über das Grundstück hinaus ausgebreitet – unter anderem in die angrenzende Schmale Gera.
Nach intensiver Vorbereitung startete die Sanierung Ende 2025. Kern der Maßnahme ist ein vollständiger Bodenaustausch: Der kontaminierte Boden wird großflächig ausgehoben, fachgerecht entsorgt und anschließend durch sauberes Material ersetzt. Bislang konnten rund 17.000 Tonnen belasteter Boden entfernt werden. Die Arbeiten verlaufen planmäßig, die Gesamtmaßnahme soll voraussichtlich im 2. Quartal 2026 abgeschlossen sein.
„Altlasten sind nicht nur ein Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung – sie verhindern auch weitere Stadtentwicklung. Mit der Sanierung erreichen wir gleich mehrere Ziele: Neben der Entfernung der Altlast, schaffen Raum für Natur und Grünflächen und stärken das Stadtklima – zum Vorteil der Menschen und der Umwelt“, erklärte Umweltminister Kummer vor Ort. Der Freistaat Thüringen unterstützt die Maßnahme über die Thüringer Aufbaubank mit rund 95 Prozent der Kosten. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen auf etwa 2,5 Millionen Euro.
Auch aus kommunaler Sicht hat das Projekt große Bedeutung. „Wir beseitigen hier eine Altlast, die über Jahrzehnte ein Risiko für Umwelt und Gewässer dargestellt hat – und damit letztlich auch für die Menschen. Gleichzeitig eröffnen wir neue Perspektiven für eine Fläche in unmittelbarer Nähe zum Zoo“, erklärte Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Umwelt.
Nach Abschluss der Arbeiten soll das Gelände naturnah weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind unter anderem Blühflächen sowie die Pflanzung von Sträuchern und Bäumen.
Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt