Foto: Muldenweg/Archiv ich liebe Erfurt

 

Projekt Muldenweg wird nicht weiterverfolgt

Die Umgestaltung des Muldenwegs, eine der Maßnahmen im Modellvorhaben Erfurt Südost, wird vorerst nicht umgesetzt. Grund für den vorläufigen Stopp des Projektes sind fehlende zusätzliche Finanzmittel, die eine Priorisierung der verschiedenen Vorhaben erforderlich machen.

Priorisierung der Maßnahmen erforderlich

In Erfurts größtem Stadtentwicklungsprojekt, dem Modellvorhaben Südost, sind sieben Handlungsfelder definiert. Darin enthalten sind jeweils verschiedene Baumaßnahmen. Das Budget umfasst alle Handlungsfelder und muss darum entsprechend priorisiert verteilt werden. Das geschieht vor allem nach dem größtmöglichen Nutzen für die Entwicklung des Stadtteils. Ein wichtiges Kriterium ist auch, dass für jedes Förderziel geeignete Projekte umgesetzt werden. Projektleiter Jakob Kratzsch erklärt dazu: „Im Laufe eines so großen Vorhabens ist immer Bewegung in den einzelnen Bereichen, wird nachgesteuert, neu aufgenommen oder eben auch ausgesetzt, wenn Kosten insgesamt zu stark steigen. Wir orientieren uns dabei auch immer an der Frage: Welche Maßnahme erzielt für die Bürgerinnen und Bürger den größten Mehrwert und erreicht dabei auch die meisten Nutzerinnen und Nutzer?“

Aus Sicht der Planer werden im betroffenen Handlungsfeld mit der Umgestaltung des Holzergrabens und der Umfeldaufwertung der Judohalle bereits zwei Vorhaben umsetzt, die auf große Unterstützung bei den Anwohnern stoßen. Um allerdings die Finanzierung der Kernprojekte weiterhin zu sichern, ist es leider nicht mehr möglich, jede geplante Maßnahme umzusetzen. Aus diesem Grund wird die Umgestaltung und Aufwertung der Treppenanlage am Muldenweg zugunsten der anderen Maßnahmen im Rahmen des Modellvorhabens nicht weiterverfolgt.

„Der vorläufige Stopp dieses Bauvorhabens muss aber nicht das endgültige Aus bedeuten“, wie Alexander Reintjes, Leiter des Tiefbau- und Verkehrsamtes, sagt. „Die Leitidee war hier ohnehin viel größer als die Förderkulisse. Wir arbeiten weiter an einer durchgehenden Fußgängerpromenade vom Roten Stein bis nach Dittelstedt. Dadurch, dass wir die fertige Planungsgrundlage für diesen Abschnitt quasi in der Schreibtischschublade liegen haben, können wir sie umsetzen, wenn sich andere Fördertöpfe oder neue Finanzierungsmöglichkeiten ergeben“, so Reintjes.

Im Rahmen des Modellvorhabens Erfurt Südost werden derzeit zahlreiche Projekte geplant, vorbereitet oder umgesetzt: Kernprojekt ist die „Neue Mitte“; die Entwürfe dafür wurden letztes Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt. Das neue Sport- und Bürgerzentrum in Windischholzhausen soll ebenso wie die umfangreich sanierte Schulsporthalle der Grundschule 34 im ersten Halbjahr fertiggestellt sein. Am Buchenberg entsteht ebenso wie an der Singerstraße ein neuer Spiel- und Freizeitplatz. Der Holzergraben und das Umfeld der Judohalle in Melchendorf werden neugestaltet und aufgewertet. Mobilitätsstationen entstehen an mehreren Orten.

Der Bund hat kürzlich die Verlängerung des Förderzeitraums für die Modellvorhaben bis Ende 2028 bestätigt. Für alle Projekte suchen die beteiligten Fachämter weitere Fördermöglichkeiten, um Kostensteigerungen zu begegnen.

Quelle: Pressemitteilungen der Landeshauptstadt Erfurt